Tagesvorschau Was Mittwoch wichtig wird

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in den Griff bekommen. In Ägypten kommt es zum Showdown zwischen Militär und Muslimbrüdern. Das Europaparlament berät über Schmutzzertifikate - diese Themen sind am Mittwoch wichtig.


Gipfel der Jugendarbeitslosigkeit

Arbeitslose in Madrid: Findet die EU Mittel gegen die Misere?
REUTERS

Arbeitslose in Madrid: Findet die EU Mittel gegen die Misere?

Die europäischen Staats- und Regierungschefs stehen unter großem Druck: In etlichen Ländern der EU erreicht die Jugendarbeitslosigkeit dramatische Höchststände, es wächst eine verlorene Generation heran, die kaum Zukunftsperspektiven sieht. Im Berliner Kanzleramt will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der anderen 27 EU-Länder darüber beraten, wie mehr junge Menschen in Jobs gebracht werden können. Mit dabei sind Arbeitsmarktexperten aus den betroffenen Ländern, die ihre Erfahrungen in die Diskussion einbringen sollen.

In Ländern wie Frankreich und Spanien sind vor allem die verkrusteten Strukturen dafür verantwortlich, dass die Jugendarbeitslosigkeit grassiert. Gewerkschaftsfunktionäre und ältere Arbeitnehmer verteidigen ihre Besitzstände, für viele Firmen ist es wirtschaftlich unattraktiv, neue Mitarbeiter einzustellen. Deshalb wird in Berlin wieder die Forderung an Paris, Madrid und Rom zu hören sein, endlich die Arbeitsmärkte zu flexibilisieren.


Kräftemessen am Nil

Demonstranten in Kairo: Präsident Mursi soll zurücktreten
AP

Demonstranten in Kairo: Präsident Mursi soll zurücktreten

Am Mittwoch läuft das Ultimatum aus, das Ägyptens Militär der politischen Klasse des Landes gestellt hat. Bis 16.30 Uhr müssen Präsident Mohammed Mursi und seine Gegner sich einig werden. Sonst will das Militär einen Fahrplan vorlegen, wie es weitergehen soll. Ägypten ist zutiefst gespalten. Millionen Ägypter fordern den sofortigen Rücktritt Mursis. Der wurde erst vor einem Jahr ins Amt gewählt. Für die Mursi-Gegner verhandelt Atom-Experte Mohammed ElBaradei.

Mehr zu den Unruhen in Ägypten finden Sie hier...


Schmutzige Geschäfte im EU-Parlament

Kohlekraftwerk: Das wird teuer - oder doch nicht?
DPA

Kohlekraftwerk: Das wird teuer - oder doch nicht?

Wer die Umwelt verschmutzt, der soll zahlen: Das ist der Grundgedanke des Europäischen Emissionshandelssystems (EHS). Stößt ein Unternehmen in Europa klimaschädliche Abgase aus, muss es dafür Zertifikate vorweisen - Erlaubnisscheine zur Luftverschmutzung und Klimaschädigung. Indem diese Verschmutzungsrechte einen Preis erhalten, sollen sich grüne Technologien schneller lohnen. Weil das aber nicht so funktioniert wie gedacht, will das Europaparlament in Straßburg am Mittwoch erneut über eine Reform des EHS abstimmen.

Diese war im ersten Anlauf im April knapp gescheitert. Der überarbeitet Vorschlag sieht weiterhin vor, dass die Verschmutzungsrechte für 900 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) zeitweise vom Markt genommen werden. Dieses sogenannte Backloading soll die Preise für die Emissionszertifikate in die Höhe treiben. Die Fronten verlaufen wenig überraschend: Umweltschützer sind für den Vorschlag, die Industrie ist dagegen.

Mehr zum Emissionsrechtehandel finden Sie hier...


Aussagen über die Schweigsame

Beate Zschäpe in Saal 101 des OLG München
DPA

Beate Zschäpe in Saal 101 des OLG München

Der NSU-Prozess fortgesetzt, aber Beate Zschäpe schweigt beharrlich. So ist das Oberlandesgericht München auf Zeugen angewiesen, die sie erlebten, als sie noch sprach. Eine Reihe von Ermittlern wird aussagen. SPIEGEL ONLINE berichtet aus dem Gerichtssaal.

Mehr zum NSU-Prozess finden Sie hier...


Die Debatte des Tages: Asyl für Snowden - aber wo?

Seit Tagen sitzt Edward Snowden im Transitbereich des Moskauer Flughafens fest, von dort hat er inzwischen an diverse Länder eine Bitte um Asyl geschickt. Doch bislang hat sich keines bereit erklärt, dieser Bitte nachzukommen. Auch, weil die meisten dieser Staaten ein Auslieferungsabkommen mit den USA haben und Snowden fürchten müsste, dorthin abgeschoben zu werden. In unserer Community wird lebhaft darüber debattiert, welche Schritte Snowden jetzt noch bleiben - nehmen Sie daran teil!



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