E-Mail-Enthüllungen In Assads Welt

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4. Teil: Wem schreibt Assad, wer sind seine Berater?


Neben Assad und seiner Ehefrau Asma tauchen mehrere Personen immer wieder im Mail-Verkehr rund um den Präsidenten auf, darunter auffallend viele Frauen. Bei ihnen handelt es sich offenbar um teils höchst einflussreiche Beraterinnen, die direkten Zugang zur syrischen Machtzentrale erhalten.

  • Sheherazad Jaafari: Der "Guardian" beschreibt die 46-Jährige als eine Medienberaterin für den Präsidenten. Die Diplomatentochter und ehemalige Praktikantin in einer PR-Agentur in New York unterhält beste Kontakte in die USA. Unter anderem war Jaafari damit betraut, den Präsidenten auf Interviews vorzubereiten. In Ungnade fiel sie jedoch offenbar im Februar 2012, als eine E-Mail publik wurde, in der sie Assad instruiert, wie das amerikanische Volk "zu manipulieren" sei. Wenig später hatte Assad ein aufsehenerregendes Gespräch mit dem US-Sender ABC geführt. Die Hacker-Gruppe Anonymous hatte sich Zugang zu den E-Mails verschafft und diese veröffentlicht. Seitdem soll Jaafari nicht mehr für Assad tätig sein.
  • Hadeel al-Ali: Auch sie arbeitet laut "Guardian" als Medienberaterin für Assad. Ihr Fachgebiet sind demnach vor allem die öffentlichen Reden des Präsidenten - und wie diese im Volk wahrgenommen werden. In den "Guardian"-Dokumenten fällt sie besonders in einer langen E-Mail auf, in der sie Tonlage, Inhalt und Rahmen einer nahenden Ansprache des Präsidenten diskutiert. Vorher will sie sich unter anderem von iranischen Diplomaten Anregungen geholt haben. Offenbar kommt ihr aber auch eine gewisse Filterfunktion im Umfeld des Herrschers zu. Ihr wird Einfluss bei Interviewanfragen an Assad zugesprochen.
  • Luna Chebel: Als ehemalige Nachrichtensprecherin beim TV-Sender al-Dschasira hat sie reichlich Erfahrung im Umgang mit den Medien. Sie gilt als Hardlinerin und berät Assad vor allem in Fragen der öffentlichen Wirkung. In den Mails, die dem "Guardian" vorliegen, gibt sie jedoch an mehreren Stellen Hinweise, wie der Aufstand im Land unter Kontrolle zu bringen sein könnte.
  • Khaled al-Ahmad: Als ehemaliger Regionalpolitiker ist Ahmad besonders als Beobachter in der Region Homs für das Assad-Regime tätig - und spielt in dem Krisengebiet offenbar eine zentrale Rolle. Von vor Ort liefert er regelmäßig seine Einschätzung der aktuellen Entwicklung. Bei den Entscheidungsprozessen des Präsidenten über das militärische Vorgehen hat sein Wort einiges Gewicht. Ihm werden Verbindungen zu ultra-rechten Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei nachgesagt. Ahmad war es offenbar, der Assad schon im Vorfeld über die Einreise ausländischer Journalisten nach Homs berichtet hatte.
  • Hussein Mortada: Auch er gilt als einer der "Spin Doctors" im Assad-Regime. Offiziell arbeitet Mortada auf hoher Position bei al-Alam-TV, einem arabischsprachigen TV-Sender aus Iran. Er behauptet von sich selbst, starke Verbindungen zum Regime in Teheran und zur Hisbollah geknüpft zu haben.

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Netcube 15.03.2012
1. ...
Zitat von sysopAPGeliebter Ehemann, grausamer Diktator: 3000 private E-Mails von Syriens Präsident Assad liegen offenbar dem "Guardian" vor. Nach Recherchen des Blatts sind sie authentisch. Die Korrespondenz mit Ehefrau und Beratern liefert einzigartige Einblicke in das Weltbild des Despoten - und zeigt seine Vorliebe für ein zynisches Video. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821618,00.html
Gestern noch: "Allerdings, so räumt die Zeitung ein, ließ sich nicht mit endgültiger Sicherheit bestätigen, ob die E-Mails tatsächlich echt sind." GehackterDiktatoren-Account: Tausende private E-Mails stellen Assad-Familie bloß - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821442,00.html)
ergo_789 15.03.2012
2. Schaden durch Anonymous
Zitat von sysopAPGeliebter Ehemann, grausamer Diktator: 3000 private E-Mails von Syriens Präsident Assad liegen offenbar dem "Guardian" vor. Nach Recherchen des Blatts sind sie authentisch. Die Korrespondenz mit Ehefrau und Beratern liefert einzigartige Einblicke in das Weltbild des Despoten - und zeigt seine Vorliebe für ein zynisches Video. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821618,00.html
Es scheint ja so zu sein, als ob die Veröffentlichung durch Anonymous der Aktion der syrischen Aktivisten geschadet hat. Immerhin hat Assad kurz darauf den Account nicht mehr genutzt. Meines Erachtens ein weiterer Beweis dafür, dass die Handlungen dieser Hackergruppierung (Anon) durch ihre Eingriffe von außen alles andere als hilfreich und möglicherweise sogar schädlich sind.
johnny01 15.03.2012
3.
Zitat von sysopAPGeliebter Ehemann, grausamer Diktator: 3000 private E-Mails von Syriens Präsident Assad liegen offenbar dem "Guardian" vor. Nach Recherchen des Blatts sind sie authentisch. Die Korrespondenz mit Ehefrau und Beratern liefert einzigartige Einblicke in das Weltbild des Despoten - und zeigt seine Vorliebe für ein zynisches Video. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821618,00.html
Assad schickt etwa seiner Frau den Link zu einem Clip aus einer US-Castingshow, das er als "beste Illusion aller Zeiten" preist. Ende Dezember schreibt sie ihm: "Wenn wir zusammen stark sind, werden wir das zusammen überstehen. Ich liebe Dich." Diese Frau liebt doch nur die Kohle! Es ist eine Schande, da Sie selbst aus Homs stammt, wo nun die Sunniten (wie Sie selbst) verfolgt werden. Was will Sie mit Ihrem Göttergatten durchstehen? Das Spiel ist für die Assads sowieso vorbei - sie werden niemals mehr so regieren können, wie vor der Rebellion. Das ist nicht mehr möglich. Man kann nur hoffen, dass die bald weg sind.
b.lödheimer 15.03.2012
4. So schnell
Zitat von NetcubeGestern noch: "Allerdings, so räumt die Zeitung ein, ließ sich nicht mit endgültiger Sicherheit bestätigen, ob die E-Mails tatsächlich echt sind." GehackterDiktatoren-Account: Tausende private E-Mails stellen Assad-Familie bloß - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821442,00.html)
ändern sich die Zeiten - da haben wir also nun mit den E-Mails wieder mal einen korrupt-feudalen Diktator nebst habgieriger und zu ausschweifendem Lebensstil neigenden Frau vor uns (also den Alptraum jedes schuftenden Mittelstandshausherren), ein altbekanntes Stereotyp, dem einer Marie-Antoinette ("dann sollen sie eben Kuchen essen") und ihres Ludwigs ("eine Revolte") nicht ganz unähnlich, erinnernd an Ferdinand und Imelda Marcos, nur eben zeitgenössisch upgedated. Der Diktator von Welt geht nicht, wie noch 1789, auf königliche Jagd und schreibt (wie zum 14. Juli 1789) "rien" in sein Tagebuch, sondern tut selbiges beim Shoppen online. Letztlich rechtfertigen ja solche Stereotype (wie 1792/93) den Tyrannensturz / -mord. Wobei noch interessant wäre zu erfahren, wer die "Aktivisten" sind - etwa dieselben Aktivisten, die auf ihren Serverfarmen jenseits des Atlantiks sowieso alle E-Mails mitlesen? Oder nur die von jenen Aktivisten unterstützten Aktivisten in Syrien? Oder haben wir es hier mit einer Mischung aus echten und 'veredelten' Mails zu tun? Ist Syrien übrigens nicht längst von Internetverbindungen abgeschnitten und von Störsendern umgeben? Auch diese Anonymus-Geschichte ist interessant - wurde da nicht neulich einer "umgedreht"?
amana 15.03.2012
5.
Zitat von sysopAPGeliebter Ehemann, grausamer Diktator: 3000 private E-Mails von Syriens Präsident Assad liegen offenbar dem "Guardian" vor. Nach Recherchen des Blatts sind sie authentisch. Die Korrespondenz mit Ehefrau und Beratern liefert einzigartige Einblicke in das Weltbild des Despoten - und zeigt seine Vorliebe für ein zynisches Video. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,821618,00.html
Ich denke das schlimme an diesen Emailenthüllungen sind nicht die Einkäufe der First Lady, das hat man doch erwartet von ihr, sondern der Umstand dass als in Ihrer Heimatstadt Homs die Menschen im Mörserfeuer starben sie und Ihr Mann ihr kitschiges Alltagsleben mit Senden von Youtubevideos und done by 5 pm , love you Nachrichten weiterlebten. Das macht einen betroffen und bestärkt mich immer mehr im Glauben dass diese Familie dieses Herrscherpaar längst jenseits von Moral und Anstand handeln. Wenn es nicht über 8000 Tote auf allen Seiten gäbe, könnte man diese Imeldageschichten ja als Boulevardthemen abtuen, aber sie sind eine Ohrfeige für jeden Syrer.
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