Wegen Guantanamo-Gefangenen Al-Qaida droht USA mit neuen Anschlägen

Ein ranghohes Qaida-Mitglied hat laut einem arabischen Sender neue Anschläge gegen die USA angekündigt. Auf einem Tonband droht demnach Bin-Ladens Stellvertreter mit Racheakten, sollten auf Kuba inhaftierte Terrorverdächtige hingerichtet werden.


Gefangene in der Guantanamo Bay
AP

Gefangene in der Guantanamo Bay

London - In der angeblich vom Qaida-Führungsmitglied Ajman al-Sauahri stammenden Tonbandaufzeichnung sind die USA davor gewarnt worden, ihren Gefangenen auf dem Stützpunkt Guantanamo Bay Leid zuzufügen. Andernfalls würden die USA einen hohen Preis bezahlen, hieß es auf dem Tonband, das der in Dubai ansässige Fernsehsender al-Arabija ausstrahlte.

"Amerika hat angekündigt, Prozesse vor Militärgerichten gegen die moslemischen Gefangenen in Guantanamo abhalten und möglicherweise die Todesstrafe gegen sie verhängen zu wollen", sagte die Stimme auf dem Tonband. "Ich schwöre im Namen Gottes, dass der Kreuzritter Amerika einen hohen Preis für alles Leid zahlen wird, das er einem der moslemischen Gefangenen zufügt." Auf ihrem Marinestützpunkt Guantanamo Bay halten die USA mehr als 600 Gefangene aus 42 Ländern fest.

Al-Arabija identifizierte die Tonband-Stimme als die Sauahris, nannte aber keine Einzelheiten. Sauahri gilt als rechte Hand des Qaida-Anführers Osama Bin Laden. "Wir sagen Amerika eines: Was du bislang erlitten hast, ist nur ein erstes Geplänkel, die wirkliche Schlacht hat noch nicht begonnen", sagte die Stimme. "Lasst diejenigen wissen, die sich mit Amerika verschwören, dass Amerika unfähig ist, sich selbst zu schützen ... und lasst jeden Gefangenen, der von den Ungläubigen festgehalten wird, versichert sein, dass der Tag der Befreiung nah ist." Zuletzt hatte der arabische Fernsehsender al-Dschasira im Mai ein angeblich von Sauahri stammendes Tonband ausgestrahlt, auf dem den USA mit neuen Anschlägen gedroht wurde.

Im vergangenen Monat hatten die USA erklärt, sechs der Guantanamo-Gefangenen könnten vor ein Militärgericht gestellt werden. Ihnen wird die Teilnahme an terroristischen Trainingslagern und an der Finanzierung al-Qaidas vorgeworfen. Al-Qaida wird hinter den Flugzeuganschlägen vom 11. September 2001 in den USA vermutet, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden. Die Gruppe wird auch für Anschläge in Saudi-Arabien und Marokko in diesem Jahr verantwortlich gemacht.



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