Wegen Amtsenthebung von Dilma Rousseff Venezuela bricht Beziehungen zu Brasilien ab

Venezuela zieht Konsequenzen aus der Absetzung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff: Die sozialistische Regierung hat vorerst alle "politischen und diplomatischen" Beziehungen zu dem Nachbarland eingefroren.

Nicolás Maduro
REUTERS

Nicolás Maduro


Die sozialistische Regierung in Venezuela hat ihre Beziehungen zum Nachbarland Brasilien auf Eis gelegt. Grund ist die Absetzung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, die am Mittwochihres Amtes enthoben worden war.

Das südamerikanische Land gab daraufhin bekannt, es werde seinen Botschafter aus Brasilien abziehen. "Die Regierung hat entschieden, den Botschafter aus Brasilien abzuberufen und die politischen und diplomatischen Beziehungen zu der Regierung einzufrieren, die aus einem parlamentarischen Staatsstreich hervorgegangen ist", teilte das venezolanische Außenministerium am Mittwoch mit. Die Amtsenthebung Rousseffs verletze die Verfassung und schade der Demokratie.

Zuvor hatte der Senat in der brasilianischen Hauptstadt Brasília die 68-Jährige mit einer Zweidrittelmehrheit des Amtes enthoben. Als ihr Nachfolger wurde am Abend der bisherige Vizepräsident und Erzfeind Rousseffs, Michel Temer, vereidigt, der Brasilien nun mit einer liberal-konservativen Regierung bis zur nächsten Wahl Ende 2018 führen soll. Dilma Rousseff wurde vorgeworfen, sie habe das wahre Ausmaß des Staatsdefizits verschleiert und vom Kongress nicht genehmigte Kredite gewährt.

mja/dpa/Reuters/AFP

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