USA Mitarbeiterin veröffentlicht Sicherheitsrisiken im Weißen Haus

Obwohl einzelnen Personen die Sicherheitsfreigabe verwehrt wurde, sollen sie im Weißen Haus Zugang zu Geheiminformationen haben. Eine langjährige Mitarbeiterin forderte den US-Kongress auf, sofort einzugreifen.

Das Weiße Haus soll Personen beschäftigen, die es offenbar nicht durch die Sicherheitsfreigabe geschafft haben sollen.
Alex Brandon/DPA

Das Weiße Haus soll Personen beschäftigen, die es offenbar nicht durch die Sicherheitsfreigabe geschafft haben sollen.


Eine langjährige Mitarbeiterin der US-Regierung hat dem Weißen Haus vorgeworfen, nicht zuverlässigen Personen Zugang zu Geheiminformationen zu gewähren. Das geht aus einem Brief der Demokraten hervor, der im Repräsentantenhaus vorgestellt wurde.

Die Demokraten haben eine Untersuchung zu dem Thema eingeleitet. Der Vorsitzende des Kontrollausschusses des Repräsentantenhauses, Elijah Cummings erklärte, das Weiße Haus weigere sich, mit dem Gremium zusammenzuarbeiten.

In dem Bericht, der am Montag von Cummings veröffentlicht wurde, erklärt die Mitarbeiterin Tricia Newbold, dass das Weiße Haus schätzungsweise 25 Personen in den Kreis der Mitarbeiter mit Zugang zu Geheimmaterial aufgenommen habe, obwohl sie oder andere zuständige Mitarbeiter die Anträge für eine solche "Security Clearance", also eine Sicherheitsfreigabe, zuvor abgewiesen hätten.

Unter ihnen sollen sich auch zwei hochrangige Beamte des Weißen Hauses befinden, heißt es in dem Bericht. Laut Newbold hätten diese Personen eine "breite Palette von disqualifizierenden Problemen" vorzuweisen. Unter anderem wurden in dem Bericht "ausländischer Einfluss", "Interessenkonflikte" und "Drogenkonsum" als Gründe für eine eigentliche Disqualifizierung der Personen genannt.

Newbold habe sich gegen die Sicherheitsfreigaben ausgesprochen. Ihr früherer Chef, Carl Kline, habe sich aber über die Einwände hinweggesetzt - und suspendierte Newbold im Streit für 14 Tage; das war im vergangenen Februar. Kline soll nun ebenfalls vor dem Ausschuss aussagen.

"Große Sicherheitsrisiken"

Newbold sei "zutiefst überzeugt, dass der Kongress sofort eingreifen muss, um unsere nationale Sicherheit zu gewährleisten", heißt es in dem Brief. Sie gehe mit ihrer Warnung vor den "großen Sicherheitsrisiken" auch selbst ein berufliches Risiko ein. Wie die "New York Times" berichtete, ging Newbold kurz nach Erscheinen des Berichts wieder zur Arbeit. "Wie Sie sich vorstellen können, bin ich sehr nervös", schrieb sie in einer E-Mail an die Zeitung.

Der Republikaner Jim Jordan bezeichnete Newbolds Bericht als "parteipolitischen Angriff" und eine "Entschuldigung, um durch private Daten von engagierten Staatsbeamten zu fischen".

Hat es in den Beraterstab seines Schwiegervaters geschafft: Jared Kushner.
Joshua Roberts/REUTERS

Hat es in den Beraterstab seines Schwiegervaters geschafft: Jared Kushner.

Um die Erteilung der Genehmigungen für Mitarbeiter des Weißen Hauses gibt es seit Längerem Diskussionen. Im vergangenen Jahr war Donald Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner ein Status mit weiträumigem Datenzugang gewährt worden. Dabei hätten Mitarbeiter nach Kushners Überprüfung Bedenken angemeldet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, Kline habe Newbold entlassen. Tatsächlich handelte es sich um eine 14-tägige Suspendierung. Wir haben die Stelle angepasst.

hba/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 27 Beiträge
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moltomuell 01.04.2019
1. Wer im Glashaus sitzt
sollte nicht meckern. Wir dürfen nicht vergessen , dass der "Rapper" Bushido im Jahr 2012 ein Praktikum im Bundestag gemacht hat, obwohl es damals schon Verbindungen zu arabischen Clans gegeben hat und er schon mehrfach vorbestraft war. Aber, alles gut. Er hat ja schließlich 2011 den Bambi-Integrationspreise, da darf man nicht rumkritisieren.
nimue15 01.04.2019
2. Da kann einem himmelangst werden
Es ist ja schon nervig genug, diesen Präsidenten - sagen wir - stilistisch zu ertragen. Aber da sagt man sich halt hoffnungsvoll, es sei eine innere Angelegenheit der USA. Aber es ist keine innere Angelegenheit der USA, wenn die Möglichkeiten, die das US-Militär drauf hat, einem familiären Wirtschaftsclan ohne politische Ahnung zugänglich ist. Die mauscheln doch jetzt schon alle kräftig mit.
Partyzant 01.04.2019
3. Rechtspopulisten
Sie funktionieren alle nach dem Mafia-Prinzip, egal wo! Sie sind verfassungsfeindlich und nutzen die Demokratie für ihr autkratisches Ziel. In der Slowakei ist der Stimmungstest schiefgegangen und Frau Caputowa ist nun repräsentatives Staatsoberhaupt, gegen Vetternwirtschaft und Korruption. Hoffnung für die nächsten Wahlen in Osteuropa und auch in den USA, dass die Wähler solcher rechtspopulistischen Politiker, sie durchschauen und abwählen.
m.klagge 01.04.2019
4. So what?
Der GröPaZ hat das Recht seine Kreaturen da unter zu bringen wo es ihm gefällt. Wichtig ist eher, dass das Imperium ab jetzt dafür sorgen will, dass das Schwarze Meer zu einem untrennbaren Bestandteil von Europa wird. Womit jetzt auch klar wird, warum so ein schönes, demokratisches und generell westlich geprägtes Land wie Rumänien von er EU alimentiert wird. Erfreulicherweise sind die Bulgaren nicht auf diesen Militär-Zug der Nato aufgesprungen. Aber wie gesagt, der GröPaZ muss weltweit für Ordnung sorgen, und das kann er nur mit seinen eigenen Leuten.
Teutonengriller 01.04.2019
5. Ist doch gut
je mehr Material aus dem Weißen Haus irgendwo auftaucht, z.B. bei den Russen desto schwieriger ist es irgendetwas Heimliches zu tun. Wir sollten alle froh sein,wenn im Weißen Haus Türen und Tore sperrangelweit auf sind. So lange da kein Junkie mit dem Atomkoffer rumläuft....
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