Weißrussland Razzia bei oppositionellem TV-Sender in Minsk

Die weißrussische Polizei hat das Büro des polnischen Senders Belsat in Minsk durchsucht. Der Sender hatte über Proteste gegen Diktator Lukaschenko berichtet.

Durchsuchung von Fernsehsender Belsat
DPA

Durchsuchung von Fernsehsender Belsat


Wenige Tage nach der Festnahme von mehr als hundert Demonstranten in Weißrussland hat die Polizei in der Hauptstadt Minsk die Büros des oppositionellen Fernsehsenders Belsat durchsucht. Nach Angaben des Senders wurden dabei mehrere Computer beschlagnahmt und ein Kameramann vorübergehend festgenommen.

Der Sender, dessen Hauptsitz sich in Polen befindet, hatte am Wochenende über die Kundgebungen gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko berichtet, nach denen mehr als hundert Demonstranten zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt wurden.

Mitarbeiter des Senders sagten, die jüngste Berichterstattung sei offenbar der Anlass für die Durchsuchung gewesen. Dagegen erklärte die Polizei, der Name Belsat verstoße gegen eingetragene Markenrechte eines weißrussischen Bürgers. Die Sender-Chefin sprach von einem "Vorwand".

Bei ihrem Vorgehen gegen die Demonstranten hatten die Sicherheitskräfte am Samstag auch die beiden Belsat-Kameraleute Alexander Borosenko und Ales Ljubentschuka festgenommen. Mitte März wurde eine Belsat-Journalistin zu einer Geldstrafe von umgerechnet 340 Euro verurteilt, nachdem sie über eine oppsitionelle Kundgebung in Orscha im Osten Weißrusslands berichtet hatte.

Belsat wird vom polnischen Fernsehen TVP betrieben und sendet mit Finanzhilfe der EU Nachrichten in das Nachbarland, um eine Alternative zum weißrussischen Staatsfernsehen zu bieten.

Unsere Korrespondentin Christina Hebel war vergangene Woche vor Ort, als Dutzende Demonstranten in Minsk festgenommen wurden:

SPIEGEL ONLINE

kry/dpa/AFP



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hjlie 31.03.2017
1. Um Weißrussland...
...war lange Zeit Ruhe. Nun wird es wiederholt Thema. Soll dort etwa die nächste Farbenrevolution medial vorbereitet werden?
iridium2 31.03.2017
2. Logisch
Zitat von hjlie...war lange Zeit Ruhe. Nun wird es wiederholt Thema. Soll dort etwa die nächste Farbenrevolution medial vorbereitet werden?
Revolutionen die sich durch Ausbeutung der eigenen Bevölkerung (200 EUR Durchschnittslohn) bei gleichzeitiger eigener Pleite nach Verprassen ausländischer Kredite (durch Eishockey spielen / Maybach fahren / Nachfolger klonen) ergeben, sind nicht "farbig", sondern schlicht und einfach logisch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.