Weltmacht USA "Bush wird aggressive Außenpolitik weiter verfolgen"

Nach Ansicht von US-Außenminister Colin Powell wird sich die auswärtige Politik seines Präsidenten auch in der zweiten Amtszeit nicht ändern: George W. Bush werde seine "aggressive" Außenpolitik weiter verfolgen. Die USA würden der internationalen Gemeinschaft die Hand ausstrecken, wo es möglich sei.

London - Bush habe die Wahl auch gewonnen, um eine Außenpolitik zu verfolgen, die im nationalen Interesse der USA sei, sagte Powell der "Financial Times". Diese Politik würde auch die Interessen von Freunden und Alliierten berücksichtigen, aber Amerika würde auch allein handeln wenn es nötig sei, betonte Powell.

Der Minister äußerte sich verhalten optimistisch über eine reibungslose Machtübergabe in den palästinensischen Gebieten und die Regelung einer Nachfolge von Jassir Arafat. Er sei beeindruckt, wie die palästinensische Führung seit Beginn von Arafats Behandlung in Paris miteinander diskutiert habe, sagte Powell gestern auf dem Weg nach Mexiko. Auch dass zurzeit im Nahen Osten ein Rückgang an Gewalt zu verzeichnen sei, gebe Grund zu Hoffnung.

Gestern wies einer von Powells Beamten zudem Medienspekulationen über seine angebliche Amtsmüdigkeit barsch zurück: "Das ist ein Haufen Mist, und das war ein Haufen Mist", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, über die bereits seit Mai andauernden Gerüchte über die Zukunft Powells. Boucher hatte sich bereits vergangene Woche Journalistenfragen nach einem möglichen Rückzug Powells verbeten.

Auch Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wies Gerüchte zurück, er werde seinen Posten räumen. Er habe mit Präsident Bush nach dessen Wiederwahl bereits mehrmals gesprochen und dabei sei ein Personalwechsel im Verteidigungsministerium kein Thema gewesen, sagte er. Aus Regierungskreisen verlautete hingegen, Powell und Rumsfeld würden wahrscheinlich ihre Posten verlieren, vorerst ihre Ressorts jedoch behalten.

Bush wolle bei personellen Veränderungen keine klaren Schnitte, sondern einen schrittweisen, sanften Übergang. Offiziell bekannt gegeben wurde unterdessen, dass Bushs Stabschef Andrew Card auch weiter in dieser Funktion tätig sein wird.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.