Weltsozialforum Protest gegen Armut und Klimawandel

Einen Tag vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos haben Zehntausende Globalisierungskritiker im brasilianischen Belem mit einem Protestmarsch das neunte Weltsozialforum eröffnet. "Eine andere Welt ist möglich", lautet das Motto des sechstägigen Treffens.


Belem - Protestmarsch zum Auftakt des Weltsozialforums: Rund 70.000 Globalisierungskritiker und indianische Ureinwohner setzten sich nach Angaben der Veranstalter am Dienstag zum Marsch durch die brasilianische Stadt Belem in Bewegung. Sie demonstrierten für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung und den Erhalt des Amazonas-Regenwalds.

Protest von Ureinwohnern in Belem: Kampf gegen Armut und Klimawandel
DPA

Protest von Ureinwohnern in Belem: Kampf gegen Armut und Klimawandel

Zum Auftakt bildeten Ureinwohner in traditionellen Kostümen ein symbolisches "SOS", um auf ihre bedrohte Heimat aufmerksam zu machen. Nach der Demonstration sollte das Treffen unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich" mit einem Konzert eröffnet werden.

Bei der Gegenveranstaltung zum etablierten Weltwirtschaftsforum in Davos wollen rund 100.000 Teilnehmer sechs Tage lang über Themen wie die Wirtschaftskrise, den Kampf gegen die Armut und den Klimawandel diskutieren. Die Staatschefs von Venezuela, Brasilien, Bolivien, Ecuador und Paraguay haben ihr Kommen zugesagt. Auch Vertreter von deutschen Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und kirchlichen Organisationen sind in die Stadt im Amazonas-Delta gereist.

Einer der Hauptbegründer des Weltsozialforums, der Brasilianer Oded Grajew, kritisierte die im Zuge der Finanzkrise gewährten Milliardenhilfen für Banken, Unternehmen und Institutionen. "Es wurde uns immer gesagt, die Mittel seien begrenzt. Jetzt plötzlich in der Krise tauchen Billionen von Dollar auf, um Autobauern, Banken und bankrotten Firmen zu helfen, und die genutzt werden könnten, um Armut zu bekämpfen und das Gesundheits- und Bildungswesen zu verbessern."

als/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.