Werben um Russland Medwedew will Raketenabwehr mit Nato prüfen

Annäherung zwischen dem Westen und Russland: Nato-Generalsekretär Rasmussen hat um eine gemeinsame Raketenabwehr geworben. Moskau denkt darüber nach und sagte bereits mehr Hilfe in Afghanistan Hilfe zu.

Nato-Generalsekretär Rasmussen (l.) und Medwedew: Werben in Moskau
AFP

Nato-Generalsekretär Rasmussen (l.) und Medwedew: Werben in Moskau


Moskau - Dieser Besuch könnte noch lange nachwirken: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat bei einer Visite in Moskau um engere Beziehungen zwischen Russland und dem westlichen Militärbündnis geworben.

Knapp zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in Lissabon hakte Rasmussen bei der russischen Regierung wegen einer gemeinsamen Raketenabwehr nach. Außenminister Sergei Lawrow versprach am Mittwoch, sein Land werde dies prüfen. Idee ist ein "gemeinsames Sicherheitsdach von Vancouver bis Wladiwostok" zum Schutz vor Terrorangriffen.

Präsident Dmitrij Medwedew sagte nach einem Treffen mit Rasmussen, dass die Beziehungen zur Nato ergiebiger und stabiler würden. Ein gemeinsames Verteidigungssystem würde ein "gewaltiges politisches Signal" aussenden, sagte Rasmussen. Er hält sogar eine Mitgliedschaft Russlands in dem Verteidigungsbündnis für möglich. Wichtig sei zunächst aber eine strategische Partnerschaft.

Die Nato und Russland stünden vor einer Neuausrichtung ihrer Beziehungen, betonte Rasmussen mit Verweis auf die Teilnahme von Medwedew am bevorstehenden Nato-Gipfel in Lissabon.

Die Türkei gilt derzeit als Haupthindernis für einen Beschluss des Bündnisses zur Schaffung einer europäischen Raketenabwehr. Ankara verlangt, dass der Iran - gegen dessen Raketen das Abwehrsystem hauptsächlich erreichtet werden soll - in diesem Zusammenhang nicht namentlich genannt wird. Diplomaten in Brüssel zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass der Gipfel in Lissabon wie geplant die Raketenabwehr beschließen könne.

Annäherung in Sachen Afghanistan

Russland sagte der Nato bereits mehr Hilfe in Afghanistan zu. "Wir werden unsere Zusammenarbeit in Afghanistan ausbauen, das ist in unserem gemeinsamen, vitalen Interesse", sagte Außenminister Lawrow.

Russland könne sein Territorium zusätzlich für den Rücktransport von Soldaten und Militärausrüstung zur Verfügung stellen, kündigte er an. Ein Erfolg der internationalen Gemeinschaft im Terrorkampf am Hindukusch sei im Interesse Russlands. Einen russischen Militäreinsatz schließt Moskau allerdings weiter aus - wegen der schmachvollen Niederlage der Sowjetunion nach einem zehnjährigen Krieg in Afghanistan.

Er rechne damit, dass in Lissabon eine Entscheidung über die Lieferung russischer Hubschrauber für den Afghanistan-Einsatz falle, sagte Rasmussen. Er appellierte zudem an Moskau, noch mehr als bisher zur Ausbildung von Drogenfahndern in Afghanistan beizutragen. Bei einer bisher einmaligen Anti-Drogen-Razzia hatten russische und US- amerikanische Spezialeinheiten in der vergangenen Woche vier Rauschgift-Labors in Afghanistan zerstört.

mmq/dpa/Reuters/dapd

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glücklicher südtiroler 03.11.2010
1. Rußland - NATO...
Zitat von sysopAnnäherung zwischen dem Westen und Russland: Nato-Generalsekretär Rasmussen hat um eine gemeinsame Raketenabwehr geworben. Moskau denkt darüber nach und sagte bereits mehr Hilfe in Afghanistan Hilfe zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727115,00.html
Interessant, daß in einem russischen Artikel von "gleichberechtigter Kooperation" die Rede ist Lawrow für gleichberechtigte Kooperation Moskaus mit NATO in Raketenabwehr http://de.rian.ru/security_and_military/20101103/257575126.html Der frühere NATO-Gegner Rußland ist sich seiner konventionellen Unterlegenheit vollkommen bewußt und wird weiterhin sein Nuklearwaffenarsenal pflegen um den Westen zu egalisieren und dannach trachten bzgl. Druckmittel nicht ins Hintertreffen zu geraten. In Rußland sieht man den Schild insgesamt eher als Bedrohung und wird mit dem Aufbau des Systems schnell Gegenmaßnahmen einleiten... "Die Indienststellung neuer Iskander-Raketen sorgt für Aufsehen, nachdem der Kreml nicht ausgeschlossen hat, dass Russland diese Waffensysteme in seiner Ostsee-Exklave Kaliningrad aufstelle und damit auf die Stationierung amerikanischer Raketen in Polen reagiere." http://de.rian.ru/security_and_military/20101014/257447991.html Zu Iskander... http://www.missilery.info/iscander/ Und hier die zutiefst unsentimentale russische Position... "Solange die Gefahr möglicher Militärkonflikte in der Welt nicht vom Tisch sei, werde Russland gezwungen sein, seine Atomwaffen zu behalten, um sich und seine Verbündeten bei Bedarf verteidigen zu können. Die nächste Phase der atomaren Abrüstung dürfe vor diesem Hintergrund nicht lediglich zwischen Russland und den USA verlaufen. "Restriktionen und Vertrauensmaßnahmen" seien auch gegenüber Drittländern erforderlich." http://de.rian.ru/politics/20101014/257448192.html Mit "Drittländern" sind dezidiert auch jene Atommächte gemeint, die sich nicht offiziell als Solche deklarieren und die USA und Rußland wissen genau wer gemeint ist... http://de.rian.ru/security_and_military/20100903/257221727.html Fazit... Gemeinsames Schild und gleichberechtigte Kooperation oder "Konfrontation light". Den interessanten Teil gibt es im letzten Absatz des SPON-Artikels. Es ist Interesse Rußlands, daß die Verbündeten in Afghanistan bleiben, da die westlichen Truppen auch den weichen islamischen Bauch Rußlands und die tendenziell politisch instabilen Nachbarländer mitschützen und negative Kräfte binden. Deshalb unterstützt Rußland den Nachschub der westlichen Truppen. Diese sind auch immer abhängiger von russischer Hilfe, da die pakistanischen Routen immer unsicherer werden und die US-geführetn Truppen immer mehr Material verlieren... http://de.rian.ru/politics/20101103/257570540.html Man sollte Interessenüberschneidungen, Kooperation und Bündnis als Begriffe auseinanderhalten können...
glücklicher südtiroler 03.11.2010
2.
Zitat von sysopAnnäherung zwischen dem Westen und Russland: Nato-Generalsekretär Rasmussen hat um eine gemeinsame Raketenabwehr geworben. Moskau denkt darüber nach und sagte bereits mehr Hilfe in Afghanistan Hilfe zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727115,00.html
Die Russen werden auf lange Sicht eine Politik als große regionale Macht in Asien betreiben und zwischen den beiden Machtblöcken NATO, Westen und China lavieren...; Rußland ist die zwischen Westen und China heißumworbene Braut... ;) Dabei haben die Russen gute Karten, zumal sie was die Rohstoffe betrifft nicht mehr allein auf den Westen angewiesen sind; was gegenüber als noch vor wenigen Jahren besser ermöglicht seine eigenen Interessen zu verfolgen... Daher gibt es sowohl Zusammenarbeit... Russland und USA bauen Zusammenwirken im Verteidigungsbereich aus "Unserer Meinung nach werden diese zwei Dokumente dazu führen, dass es zwischen den USA und Russland mehr gemeinsame Maßnahmen, Übungen und Programme geben wird, die in einer ganzen Reihe von Richtungen umgesetzt werden" http://de.rian.ru/security_and_military/20100916/257285277.html als auch Ablehnung... Moskau bekräftigt Ablehnung gegen Nato-Präsenz in Arktis http://de.rian.ru/politics/20100916/257287922.html Aber das Alles ist nicht erst Politik seit heute... Und auch Zusammenarbeit mit China... SOZ-Manöver – Vorbereitung auf "Reifeprüfung" "Die Übung, an der nahezu 5000 Soldaten aus Russland, Kasachstan, China, Kirgistan und Tadschikistan teilnehmen und mehr als 300 Gefechtsfahrzeuge und Geräte zur Verfügung haben, ist dem Kampf gegen terroristische und separatistische Gruppierungen bei der Schlichtung lokaler Konflikte gewidmet. Von der Fähigkeit der SOZ-Länder..." http://de.rian.ru/opinion/20100917/257297568.html Zur Energie und Zusammenarbeit mit China... http://de.rian.ru/business/20100910/257256726.html http://de.rian.ru/business/20100917/257293940.html http://www.handelsblatt.com/politik/international/russland-beliefert-china-fuer-milliardenkredit-mit-oel;2159899 Interessant dieser Artikel, wie Rußland seine eigenen Interessen, gegenüber Europa und USA, wahrt... South Stream wird schnell fertig - Nabucco hat fast keine Chancen - Putin http://de.rian.ru/business/20100906/257233364.html Eine Umgehung Rußlands wird schwieriger und China hat man als Gegenpart ohnehin... Interessant wird die Arktis, dort wacht Rußland mit Argusaugen auf die großen Fördermöglichkeiten und man weis, daß der Hauptkonkurrent die USA sein werden... Russland lässt sich Abstecken seines Arktis-Schelfs 50 Millionen Euro kosten http://de.rian.ru/business/20100921/257313258.html Na dann... Viele Grüße aus Südtirol...
tristanx 04.11.2010
3. Na endlich
Zitat von sysopAnnäherung zwischen dem Westen und Russland: Nato-Generalsekretär Rasmussen hat um eine gemeinsame Raketenabwehr geworben. Moskau denkt darüber nach und sagte bereits mehr Hilfe in Afghanistan Hilfe zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727115,00.html
Die Annäherung unter dem Dach der NATO ist überfällig, da wir derselbenen Bedrohungen durch dieselben Feinde ausgesetzt sind. Allerdings sollte die Türkei aus dem Bündniss ausgeschlossen werden, da sie sich auf dem Weg zu einem islamischen Staat befindet und der Westen sich diesen Floh im Pelz nicht erlauben kann.Ich erinnere hier an den türkischen Haß auf Israel und die Aufwertung bzw.Komplizenschaft der Türkei mit dem Regime des verrückten Persers im Iran.
Diomedes 04.11.2010
4. Bald hat der Spuck ein Ende: Ohne Vormacht gibt es auch keinen Vasallenbund
Die USA gehen durch ihre Verblendung und Dummheit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und politischen Chaos entgegen und damit löst sich eine der Fesseln, die man für Deutschland nach dessen Niederlage im Autobahnenkrieg geschmiedet hat; allerdings gilt hier noch immer die Warnung, die Fichte einstmals gegen Napoleon gegeben hatte: "Oder wenn er einst im Verlauf der Zeiten doch so unbesonnen und feige würde, so würde er zwar eben also zu Grunde gehen, wie wir, aber nicht zu unserem Vortheile, sondern er würde die Beute eines neuen Siegers und wir würden die sich von selbst verstehende, wenig bedeutende Zugabe zu dieser Beute." - und so wie sich damals Preußen aus der Asche erhoben und Napoleon mit ins Verderben gestürzt hat, so muss dies nun auch Deutschland wieder tun; zwar kann man fest darauf vertrauen, dass sich die USA durch ihre Dummheit selbst verderben werden: So betrachten sie ihre hiesigen Besatzungstruppen als Wohltat, nennen sich Deutschlands Zuckerväterchen und fordern deren Abzug aus Spargründen, womit die USA ihrem Sieg im Autobahnenkrieg entsagen würden; dafür droht Deutschland nun unter das Joch Chinas oder gar des Mohammedanismus zu fallen, wenn es nicht als selbstständige Macht schnell wiederhergestellt wird.
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