Krisenland in Westafrika Regierung in Mali tritt zurück

Regierungswechsel über Nacht: Im westafrikanischen Mali ist Ministerpräsident Oumar Tatam Ly zurückgetreten. Einen Grund dafür nannte das Präsidialamt nicht. Der Nachfolger steht jedoch bereits fest.
Malis Staatschef Keita: Ernannte Mara zum neuen Ministerpräsidenten

Malis Staatschef Keita: Ernannte Mara zum neuen Ministerpräsidenten

Foto: Julien Warnand/ dpa

Bamako - Die Regierung des westafrikanischen Krisenlandes Mali ist über Nacht zurückgetreten. Das teilte das Präsidialamt mit. Ein Grund für den Rückzug der bisherigen Regierung unter Oumar Tatam Ly wurde in der Erklärung nicht genannt. Dafür gibt es bereits einen Nachfolger: den ehemaligen Minister für Stadtplanung, Moussa Mara.

Nach einem Militärputsch hatten im vergangenen Jahr islamische Extremisten aus dem Norden Malis versucht, die Macht zu übernehmen. Frankreich entsandte Tausende Soldaten nach Mali, um den Vormarsch der Rebellen zu stoppen, Deutschland unterstützte die Mission mit Transportflugzeugen.

Nun ist Mara damit beauftragt, eine neue Regierung zu bilden. Der 39-Jährige, der vor seinem Ministeramt Bürgermeister einer Gemeinde von Bamako war, war im vergangenen Juli bei der Präsidentschaftswahl angetreten und hatte 1,5 Prozent der Stimmen geholt. Die zweite Runde im August gewann der jetzige Staatschef Ibrahim Boubacar Keita mit großem Vorsprung. Mara ist der Sohn des früheren Justizministers Joseph Mara, der unter der Militärherrschaft von Traoré Ende der 1970er Jahre fünf Jahre lang im Gefängnis saß.

Sein Vorgänger Ly war erst im vergangenen September, kurz nach Keitas Amtsantritt, zum Regierungschef ernannt worden. Der 50-jährige Banker, der zuletzt die Zentralbank der westafrikanischen Staaten BCEAO beraten hatte, gehörte zu den Architekten des Wirtschaftsprogramms von Präsident Keita.

vek/AFP/dpa/Reuters