Westjordanland Autobombe tötet Elitesoldat

Bei einem Anschlag im Westjordanland ist ein 22-jähriger Soldat einer israelischen Elite-Einheit ums Leben gekommen. Im Gaza-Streifen hatte sich kurz zuvor ein Hamas-Attentäter in die Luft gesprengt.


Wrack des Wagens, mit dem sich der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte
AP

Wrack des Wagens, mit dem sich der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte

Jerusalem - Bei der Explosion eines Sprengsatzes in der Nacht zum Montag wurde ein Soldat getötet und ein zweiter leicht verletzt, berichtete der israelische Rundfunk. Der Anschlag ereignete sich südlich von Hebron in der Nähe eines Militärpostens. Die Männer seien in einem Auto unterwegs gewesen, als der Sprengsatz am Straßenrand explodierte.

Zuvor sprengte sich ein Palästinenser auf einer Straße im Süden des Gaza-Streifens mit 40 Kilogramm Sprengstoff in die Luft. Bei dem Anschlag sei niemand verletzt worden. Auf einem in Gaza verbreiteten Flugblatt bekannte sich die radikal-islamische Hamas-Organisation zu dem Selbstmordanschlag. Hamas hatte erst am Sonntag nach dem Tod eines elfjährigen Palästinensers mit neuen Anschlägen gedroht. Der Junge war von israelischen Soldaten getötet worden.

Neue gewaltsame Zwischenfälle wurden auch aus anderen Teilen der Palästinensergebiete gemeldet, bei denen nach Angaben von beiden Seiten vier Israelis und drei Palästinenser verletzt wurden.

In einem palästinensischen Flüchtlingslager im Norden Jerusalems wurde auf Anweisung der Stadtverwaltung unterdessen mit dem Abriss von zehn Häusern begonnen. Sie seien ohne Genehmigung gebaut worden, hieß es zur Begründung. Die Bewohner hätten erst am Sonntag von dem bevorstehenden Abriss erfahren, berichtete der Rundfunk. Einige israelische Friedensaktivisten stellten sich den Planierraupen in den Weg, wurden aber vorläufig festgenommen.



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