Westjordanland Israelische Soldaten erschießen zwei Palästinenser

Neue Gewalt im Westjordanland: An einem Kontrollpunkt haben israelische Soldaten zwei Palästinenser nach einem Angriff erschossen. Nun fordert Uno-General Ban die Aufnahme von Friedensgesprächen. Doch von Verhandlungsbereitschaft ist wenig zu sehen.

AP

Jerusalem - Bei Zwischenfällen im Westjordanland sind am Wochenende drei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Nach israelischen Angaben war am Sonntag ein Soldat an einem Kontrollpunkt bei Nablus von zwei Palästinensern angegriffen worden. Daraufhin hätten Soldaten das Feuer eröffnet, die Angreifer starben. Nach israelischen Angaben waren die Palästinenser mit einer Mistgabel und einer zerbrochenen Flasche bewaffnet.

Ein palästinensischer Krankenhaussprecher teilte zudem mit, ein Jugendlicher aus dem Dorf Irak Burin bei Nablus sei an Schussverletzungen am Kopf gestorben, die er bei einer Demonstration am Samstag erlitten haben. Israelische Soldaten hätten mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen.

Bei einem Besuch im Gaza-Streifen verurteilte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die israelische Blockade erneut scharf und forderte eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen und die Errichtung eines palästinensischen Staates binnen zwei Jahren.

Die Abriegelung verursache "inakzeptables menschliches Leiden", sagte Ban am Sonntag. Er habe dies bereits mehrfach der israelischen Führung gesagt. "Ihre Blockadepolitik ist nicht haltbar und sie ist schlecht." Israels Politik sei kontraproduktiv: "Sie schwächt die Moderaten und gibt den Extremisten mehr Macht."

Mit seiner Visite in dem fast vollständig abgeriegelten Palästinensergebiet wollte der Uno-Generalsekretär nach eigenen Worten seine "Solidarität" mit der dort lebenden Bevölkerung demonstrieren. Erwartet wurde Ban von einer kleinen Gruppe Demonstranten mit palästinensischen Flaggen. Es ist Bans zweiter Besuch in dem Gebiet seit der Gaza-Offensive von Ende Dezember 2008 bis Ende Januar 2009.

Netanjahu beharrt auf Siedlungsausbau

Im Streit um den Siedlungsausbau im arabischen Ostteil Jerusalems beharrt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf seiner Position. "Unsere Politik in Jerusalem ist dieselbe wie die aller israelischen Regierungen in den letzten 42 Jahren. Aus unserer Sicht ist Bauen in Jerusalem dasselbe wie Bauen in Tel Aviv." Dies habe man auch der US-Regierung erklärt. Die israelischen Pläne zum Bau 1600 neuer Wohnungen in Ramat Schlomo im Nordosten Jerusalems hatten USA und Palästinenser brüskiert. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel eroberten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Israel sieht jedoch ganz Jerusalem als seine "ewige, unteilbare Hauptstadt".

Netanjahu sagte während der Kabinettssitzung am Sonntag auch, eine echte Lösung der Kernstreitpunkte zwischen Israel und den Palästinensern könne nur in direkten Verhandlungen ausgearbeitet werden. "Nur wenn wir zusammensitzen, die Themen diskutieren und gemeinsame Lösungen finden, können wir eine echte Friedensvereinbarung erzielen." Die Palästinenser hatten sich vor zwei Wochen zunächst zu indirekten Gesprächen mit Israel bereiterklärt. Die Ankündigung des neuen Siedlungsprojekts stellte den Beginn der Gespräche jedoch wieder in Frage.

Am Sonntag traf Washingtons Sondergesandter für den Nahen Osten, George Mitchell, in Israel ein. Nach eigenen Angaben wollte er Netanjahu treffen, am Montag sei ein Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah geplant.

Mitchell hätte eigentlich bereits in den vergangenen Tagen Gespräche in Israel und im Westjordanland führen sollen, die Reise wurde wegen der diplomatischen Verstimmungen aber verschoben. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Wohnungsbau in Ostjerusalem angekündigt hatte.

jul/APD/dpa/Reuters



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japan10 21.03.2010
1.
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
Die, die wirklichen Frieden wollen, werden beseitigt. Das große Geld aus den USA herrscht. Leider haben auch die arabischen Staaten wenig Interesse an einem Frieden. Allen gefällt es sehr den Haß zu schüren und den Konflikt weiter auf die nächste Generation zu übertragen. Die Waffen müssen ja auch zum Einsatz kommen. Da verdient doch jeder mit.
ranknonsense 21.03.2010
2. durch eine neue göttliche offenbahrung
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
die palästinenser wandern aus, siedeln irgendwo zwischen kirgistan und der schweiz und deklarieren mit waffegewalt ihren eigenen staat, weil allah ihnen gesagt hat, hier gehören wir hin, denn jehova sagte, hier nicht, ich sage: deutschland sollte auch an palästina leopard panzer verkaufen, denn ich will einen sauberen, fairen kampf. israels jugend tut mir leid, 2 jahre wehrpflicht auch für frauen, ohne dies keinen familiären, gesellschaftlichen respekt, von einem studienplatz ganz zu schweigen. verbrecherstaat. die iraner gehen wenigsten auf die straße.
MagNix 21.03.2010
3.
Sie können uns sichlich erklären, was Sie uns damit sagen wollen?
systemfeind 21.03.2010
4. gar nicht
Zitat von sysopDie Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist verfahren. Nun soll besonders Israel von den Vermittlern des Nahost-Quartetts in die Pflicht genommen werden. Die Regierung in Jerusalem müsse den umstrittenen Siedlungsbau "einfrieren", forderte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Wie kann der Konflikt entschärft werden?
der Konflikt ist die Geschäftsgrundlage für viele Politiker im N.O. Bitte keine Kritik an unseren israelischen Freunden . Mal ehrlich : ist es uns nicht völlig egal ob die israelis einen Araber erschießen ?
Andro 21.03.2010
5. Predator
Wer den Film Predator kennt? Wie lange werden Menschen diese Jagdsafari schtillschweigend decken werden? Diese Safari geht langsam in die westliche Läder über, Behörde extragieren sich in eine herschende Kaste die higtech gerüstet ist und die Bevölkerung ostlich rude tretiert. Dieser Mentalität stammt aus konkrett diesem Jagdsafari und kann sich irgendwie im Westen ganz gut im Behördenkreiß eingepflanzt. Brauchen wir das? Europäische Zivilisation hat das beste der Welt gegeben, warum lassen wir das auch bei uns zu Hause uns wegnehmen und zerstören. Wollen wir langsam alle zu Palästinenser werden die von Übermenschenkaste gejagt wird und und den Mentalität vorschreibt?
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