Westjordanland Jüdische Siedler sollen Moschee angezündet haben

Zwischen Israel und Palästinensern ist keine Entspannung in Sicht. Jüdische Siedler sollen nach palästinensischen Angaben im Westjordanland eine Moschee in Brand gesteckt haben.

Moschee in Al-Mughajir: Gesamte erste Etage in Brand gesetzt
AFP

Moschee in Al-Mughajir: Gesamte erste Etage in Brand gesetzt


Jerusalem - Der Anschlag soll in der Nacht zum Mittwoch in dem Dorf Al-Mughajir in der Nähe von Ramallah verübt worden sein. Die gesamte erste Etage des Gebäudes sei von jüdischen Siedlern in Brand gesetzt worden, teilten die Palästinenser mit.

Die Moschee liegt den palästinensischen Angaben zufolge in der Nähe der jüdischen Siedlung Schilo sowie nahe einer Straße, die israelischen Siedlern vorbehalten ist. Schon 2012 sei in dem Dorf eine Moschee angezündet worden, berichteten die Sicherheitskräfte.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich zuletzt wieder deutlich verschärft. Bei fünf Anschlägen innerhalb von drei Wochen wurden mehrere Menschen getötet. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschuldigen sich dafür gegenseitig. Abbas warf Israel vor, den Nahen Osten in einen zerstörerischen Religionskrieg zu stürzen. Bei einer Rede zum zehnten Todestag von Palästinenserführer Jassir Arafat in Ramallah forderte Abbas Israel am Dienstag dazu auf, seine "Siedler und Extremisten von der Al-Aksa-Moschee (und dem Tempelberg) fernzuhalten".

Der inhaftierte Fatah-Führer Marwan Barghuti rief dazu auf, Israel mit Gewalt zu bekämpfen. "Die Option des Widerstandes bleibt der kürzeste Weg um die Besatzung zu besiegen", schrieb der seit 2002 wegen Beteiligung an der Ermordung von fünf Israelis inhaftierte Barguti in einem offenen Brief.

Netanjahu warf Abbas vor, die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern vorsätzlich anzuheizen. Abbas sei kein Partner im Kampf gegen den Terror, sagte Netanjahu. "Anstatt die Unruhen zu beschwichtigen, befeuert er sie." Auch erziehe er die Palästinenser nicht zum Frieden, sondern zum Terrorismus.

als/AFP/dpa

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