Heilige Stätte Palästinenser legen Feuer am Josefsgrab

Palästinenser haben das Josefsgrab in der Nähe von Nablus in Brand gesetzt. Die heilige Stätte der Juden wurde dabei schwer beschädigt. Die jüngste Gewaltwelle beschäftigt nun auch den Uno-Sicherheitsrat.

Betende am Josefsgrab (Archiv): Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern nimmt derzeit wieder zu
AP

Betende am Josefsgrab (Archiv): Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern nimmt derzeit wieder zu


Palästinenser haben im Westjordanland eine für Juden heilige Stätte in Brand gesetzt. Ziel des Anschlags in der Nacht zum Freitag sei das Josefsgrab bei Nablus gewesen, teilten die israelische Armee und palästinensische Sicherheitskreise mit. Bei dem Anschlag kamen demnach Molotowcocktails zum Einsatz. Einheiten der palästinensischen Polizei verjagten die Demonstranten und löschten das Feuer. Es seien schwere Schäden entstanden.

Die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten zuletzt wieder deutlich zugenommen, insbesondere im Westjordanland und in Jerusalem. Das Josefsgrab war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen. Viele Juden, aber auch Christen, verehren den Ort. Dort soll die biblische Gestalt Josef, Sohn des Jakob, begraben sein.

Wegen der zunehmenden Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern kommt an diesem Freitag der Uno-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Jordanien habe um das Treffen gebeten, teilten die Vereinten Nationen am Donnerstag mit. Eine Resolution sei nicht zu erwarten, sagten Diplomaten. Es könne aber eine Erklärung geben, in der beide Seiten aufgefordert werden, die Gewalt zu beenden.

Israel wird seit zwei Wochen von der schlimmsten Gewaltwelle seit Jahren erschüttert. Insgesamt kamen dabei bisher 39 Menschen ums Leben. Sieben Israelis wurden bei Attacken mit Messern, Schusswaffen und Autos getötet. Israelische Sicherheitskräfte töteten 31 Palästinenser. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte sich zu einem Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas bereit. Auch eine Zusammenkunft mit US-Außenminister John Kerry und Jordaniens König Abdullah sei eine Möglichkeit.

Die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen beherrscht, rief unterdessen zu "Demonstrationen des Zorns" am Freitag im Westjordanland auf.

Die jüngste Gewalt geht zum Teil auf den Streit um die Aksa-Moschee in Jerusalem zurück. Palästinenser werfen Israelis vor, die heilige Stätte immer stärker für sich zu vereinnahmen.

ler/AFP/Reuters



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