Wie bei "James Bond" Russland wirft britischen Diplomaten Spionage vor

Die Details erinnern an einen "James Bond"-Film. Die russische Regierung verdächtigt vier britische Diplomaten der Spionage und der illegalen Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen.


Moskau/London - Ein russischer Kontaktmann sei festgenommen worden und habe die Spionage gestanden, hieß es in einer Reportage des staatlichen TV-Senders Rossija. Die britischen Diplomaten nutzten nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienst FSB ein Gerät, das dem Konstrukteur Q aus den "James Bond"-Filmen gefallen hätte: Der russische Kontaktmann habe einem als Stein getarnten Speicherchip drahtlos von seinem handflächengroßen Minicomputer (PDA) Daten übermittelt. Später seien die Diplomaten an dem Stein vorüber gegangen und hätten die Daten auf ihre PDAs gezogen.

Als Stein getarnter Speicherchip: Drahtlos Daten übermittelt
REUTERS/ RTR

Als Stein getarnter Speicherchip: Drahtlos Daten übermittelt

Der Bericht scheint auf die britische Unterstützung für russische Menschenrechtsorganisationen wie die Moskauer Helsinki-Gruppe zu zielen. Es wurden Quittungen von Geldzahlungen an russische Gruppen gezeigt, die von einem der spionageverdächtigen Diplomaten unterzeichnet worden waren. "Das Geld floss in Strömen, fast jeden Tag", sagte ein angeblicher FSB-Offizier in dem Bericht.

Das britische Außenministerium in London wies den Bericht heute zurück. "Wir sind wegen dieser Behauptungen besorgt und überrascht", hieß es in einer kurzen Stellungnahme. Zu dem Vorwurf, der angeblich in Spionage verwickelte britische Diplomat habe regelmäßig Zahlungen an russische nichtstaatliche Gruppen geleistet, erklärte das Ministerium: "Wir weisen alle Vorwürfe eines unzulässigen Verhaltens in unserem Umgang mit russischen Nichtregierungsorganisationen zurück."

Es sei allgemein bekannt, dass die britische Regierung Projekte zur Förderung der Menschenrechte und der Zivilgesellschaft finanziell unterstütze.



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