Abenteuer im Zoo Wie Giscard d'Estaing den Tatzen eines Pandas entkam

Sie sehen knuffig und süß aus und sind eigentlich harmlos - aber Pandas können offenbar auch anders. Frankreichs Ex-Präsident Giscard d'Estaing hat es am eigenen Leib erlebt und erzählte jetzt von seinem Abenteuer mit einem der großen Bären.
Valery Giscard d'Estaing: Abenteuer mit einem Panda

Valery Giscard d'Estaing: Abenteuer mit einem Panda

Foto: ? Christian Hartmann / Reuters/ REUTERS

Paris - Als französischer Staatschef traf Valery Giscard d'Estaing von 1974 bis 1981 die Großen dieser Welt: US-Präsident Jimmy Carter etwa, den sowjetischen Staatschef Leonid Breschnew und natürlich immer wieder auch seinen Freund, den damaligen Kanzler Helmut Schmidt.

Doch eine ganz andere Begegnung ist bei dem heute 87-Jährigen offenbar besonders in Erinnerung geblieben: Denn Giscard lernte auch Yen Yen und Li Li kennen - zwei Pandabären, die China 1973 seinem Vorgänger Georges Pompidou geschenkt hatte.

Welcher der beiden enger mit dem Politiker in Kontakt kam, lässt sich heute nicht mehr klären. Doch Giscard berichtete jetzt von seinem Abenteuer im Vincennes Zoo in Paris, wo die beiden Pandas damals untergebracht waren - und eine seiner Töchter sich auch zu einem Praktikum aufhielt: Er habe seinen "Mut als Präsident" testen wollen, wird Giscard in einem BBC-Bericht  zitiert - er begab sich in das Gehege der Pandas. Der Politiker ist staatliche 1,89 Meter groß, was ihn womöglich bestärkte, sich den kuschelig aussehenden Tieren zu nähern.

Doch einer der beiden Pandas habe ihn zu Boden geworfen, berichtet Giscard jetzt. Das Symboltier des WWF kann bis zu 160 Kilo wiegen - also genug Gewicht für eine erfolgreiche Aktion gegen einen großen und schlanken Menschen wie Giscard. Erst Mitarbeiter des Zoos konnten den Staatschef "aus den Tatzen" des Pandas befreien, erzählt er.

Hört sich lustig an, hätte aber offenbar auch anders ausgehen können. Pandas sind zwar an und für sich harmlose Bambusfresser und anders als etwa Grizzlybären ungefährlich. Doch die BBC zitiert einen Experten des Zoos in Edinburgh. Giscard habe Glück gehabt, sagt Iain Valentine. Pandas seien zwar Vegetarier, "aber eben auch sehr starke und muskulöse Bären mit Zähnen und Klauen". Und sie würden ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen - weshalb Pfleger in seinem Zoo vermeiden würden, ausgewachsenen Pandas in ihrem Gehege zu nahe zu kommen.

als