Wiederaufbau im Irak FBI überprüft umstrittene Aufträge an Halliburton

Immer wieder kritisierten US-Rechnungsprüfer die Auftragsvergaben des Verteidigungsministeriums für den Wiederaufbau im Irak an den Halliburton-Konzern - eine Firma, deren früherer Chef der heutige Bush-Vize Dick Cheney war. Fünf Tage vor den Präsidentschaftswahlen hat das FBI jetzt Ermittlungen aufgenommen.

Washington - Das FBI bemüht sich einer Meldung der Nachrichtenagentur AP zufolge um die Befragung einer ranghohen Beamtin, die im US-Verteidigungsministerium für die Vergabe von Aufträgen zuständig ist, und um die Herausgabe von Dokumenten mehrerer Regierungsbehörden.

Wie aus Dokumenten hervorgeht, die der Agentur vorliegen, beschwerte sich die Beamtin, Bunnatine Greenhouse, in mehreren Schreiben an die Rechtsabteilung der Streitkräfte darüber, dass ein milliardenschwerer Auftrag an die Halliburton-Tochter Kellogg, Brown & Root (KBR) entgegen ihren Empfehlungen ohne Ausschreibung für fünf Jahre vergeben wurde. Auf die Ausschreibung war bei der Auftragsvergabe im Februar 2003, einen Monat vor Beginn des Irak-Kriegs, mit der Begründung verzichtet worden, die Angelegenheit sei zu dringlich.

Greenhouse kritisierte damals die Vertragslaufzeit als zu lang. Ihren Angaben zufolge wurden die Verträge dann ohne ihr Wissen von Untergebenen abgezeichnet, die sich mit höherrangigen Beamten abgesprochen hätten. Ähnlich sei es bei einem Auftrag zur Versorgung von US-Truppen auf dem Balkan gewesen, der im Mai dieses Jahres auslief und ohne Neuausschreibung verlängert wurde. In diesem Fall habe sie inoffiziell erfahren, dass "politische Gründe" den Ausschlag gegeben hätten. Eine Halliburton-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück.

Rechnungsprüfer des Verteidigungsministeriums haben bereits mehrfach kritisiert, dass das Unternehmen KBR für Benzinlieferungen in den Irak und andere Dienstleistungen überhöhte Preise verlangt habe. Der Halliburton-Konzern wurde früher vom jetzigen Vizepräsidenten Dick Cheney geleitet.