Außenminister-Treffen Uno-Vetomächte nehmen Atomgespräche mit Iran wieder auf

Das Treffen sei "substantiell" und "positiv" verlaufen - und es brachte ein Ergebnis: Die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland starten eine neue Runde in den Atomgesprächen mit Iran. Außenminister Westerwelle sprach von einer "ganz neuen, bisher ungewohnten Tonlage".
US-Außenminister Kerry, Irans Außenminister Dschawad Sarif und EU-Außenbeauftragte Ashton (von links): "Fenster der Gelegenheit geöffnet"

US-Außenminister Kerry, Irans Außenminister Dschawad Sarif und EU-Außenbeauftragte Ashton (von links): "Fenster der Gelegenheit geöffnet"

Foto: Jason DeCrow/ AP/dpa

New York - Die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland nehmen ihre Atomgespräche mit Iran Mitte Oktober wieder auf. Die nächste Verhandlungsrunde werde am 15. und 16. Oktober in Genf stattfinden, erklärte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Donnerstag in New York. Ein Treffen der sogenannten 5+1-Gruppe mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sei "positiv" verlaufen.

Für US-Außenminister John Kerry und seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif war es die erste Begegnung überhaupt. Beide Länder haben seit mehr als drei Jahrzehnten keine diplomatischen Beziehungen mehr. Sarif saß zwischen Catherine Ashton und Kerry.

Kerry und Sarif sind nach dem Treffen zu einem historischen Zweiergespräch zusammengekommen. Beide Minister bestätigten, dass sie sich am Donnerstag kurz zu zweit begegnet seien. Sarif betonte, dass die Diskussionen in diese Richtung schnell weitergehen müssten. Das Treffen war eine der hochrangigsten Begegnungen zwischen Vertretern der USA und des Iran seit der Islamischen Revolution 1979.

Kerry warnte vor vorschnellem Jubel und betonte: "Es ist unnötig zu sagen, dass ein Treffen und die Änderung im Ton, die willkommen ist, noch nicht alle Fragen beantwortet. Es muss noch viel Arbeit erledigt werden."

Ashton sagte nach dem Treffen, Iran könne entweder auf die Vorschläge der Vetomächte zur Lösung der Atomfrage eingehen oder dazu eigene Vorschläge machen. Weiter sagte sie: "Wir haben einen ehrgeizigen Zeitrahmen. Wir wollen sehen, dass wir schnell Fortschritte machen."

Deutschland wurde durch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vertreten. Er sagte, die 5+1-Sitzung habe "in einer ganz neuen, bisher ungewohnten Tonlage" stattgefunden. "In dieser Woche hat sich ein Fenster der Gelegenheit geöffnet", sagte er. Westerwelle rief Teheran auf, nun bei den Verhandlungen über sein Atomprogramm ernst zu machen. "Worte sind nicht genug. Was zählt sind Taten, sind greifbare Ergebnisse", sagte er.

An der Zusammenkunft nahmen neben Deutschland zudem die Außenminister der Uno-Vetomächte Russland, China, Frankreich und Großbritannien teil.

Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Atombombe zu arbeiten. Deshalb gelten harte Sanktionen, die dem Land schwer zu schaffen machen. Irans neuer Präsident Hassan Rohani hat nun Hoffnung auf Fortschritte geweckt. Von dem Ministertreffen wurde noch kein Durchbruch erwartet. In den vergangenen Jahren hatte es lediglich Gespräche auf Beamtenebene gegeben.

dpa/AFP/Reuters
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