Wiedersehen nach zehn Jahren Suu Kyis Sohn darf nach Burma reisen

Seit zehn Jahren hat Suu Kyi ihre beiden Kinder nicht mehr gesehen. Nun bekam ihr jüngster Sohn ein Visum für Burma erteilt. An anderer Stelle bleibt das Regime aber hart und hat mehrere Magazine verboten.

Burmas Oppositionsführerin Suu Kyi: Sohn erhält Visum
REUTERS

Burmas Oppositionsführerin Suu Kyi: Sohn erhält Visum


Rangun - Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi kann nach zehn Jahren Trennung ihren jüngsten Sohn wiedersehen. Kim Aris darf seine Mutter in ihrer Heimat besuchen, sagte Suu Kyis Anwalt, Nyan Win, am Montag. Die Militärjunta habe dem 33-Jährigen ein Visum erteilt. Kim Aris war bereits wenige Tage vor dem Ende des Hausarrests seiner Mutter aus Großbritannien nach Thailand gereist. Er wolle versuchen, noch am Montag einen Flug von Bangkok nach Rangun zu bekommen, sagte der Anwalt. Suu Kyi wolle ihren Sohn persönlich in Empfang nehmen.

Die Friedensnobelpreisträgerin saß mehr als 15 der vergangenen 21 Jahre im Gefängnis oder stand unter Hausarrest. Während dieser Zeit hatte sie ohne Telefon und Internetzugang nur äußerst beschränkten Kontakt zur Außenwelt. Ihre beiden Söhne hat sie zuletzt im Jahr 2000 gesehen. Sie stammen aus der Ehe mit dem Briten Michael Aris. Als ihr Mann 1999 in Großbritannien im Sterben lag, besuchte Suu Kyi ihn nicht mehr. Sie hatte Angst, die Generäle würden sie nicht wieder in ihre Heimat einreisen lassen. Zuvor hatte die Militärjunta Aris die Einreise nach Burma verweigert. Den Söhnen wurde die Staatsbürgerschaft Burmas entzogen und die Einreise verboten. Ihre Enkel kennt Suu Kyi bisher noch gar nicht.

Mit ihrem jüngsten Sohn habe die Oppositionsführerin noch am Abend ihrer Freilassung ein "emotionales" Telefongespräch geführt, teilte die britische Botschaft in Bangkok mit. Der Hausarrest Suu Kyis war am 13. November für beendet erklärt worden. Unmittelbar danach setzte sie ihr politisches Engagement fort. Suu Kyi verlangt die Freilassung politischer Gefangener, prangerte Wahlfälschungen an und forderte den Militärmachthaber zu einem Gespräch auf.

Entsprechend nervös reagiert die Junta. So verbot die Zensurbehörde neun Magazine des Landes wegen Verstoßes gegen Vorschriften.

Das Magazin "Weekly Eleven" berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, konkrete Gründe seien von der Aufsichtsbehörde nicht genannt worden. Alle neun Magazine seien aber zuletzt mit einem Foto von Suu Kyi erschienen.

mmq/AFP



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