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30. Dezember 2016, 14:38 Uhr

Geheimpapiere zur Wiedervereinigung

Thatcher hatte Angst vor den Deutschen

Margaret Thatcher misstraute einer Wiedervereinigung von Deutschland bekanntlich sehr. Nur mit Mühe konnte die Premierministerin umgestimmt werden. Das belegen jetzt veröffentlichte britische Geheimdokumente.

Wie stark der Widerwillen von Margaret Thatcher gegen die deutsche Wiedervereinigung war, ist nun in bislang unter Verschluss gehaltenen Dokumenten aus Großbritannien nachzulesen. Ihre Mitarbeiter versuchten demnach mühevoll, die "Eiserne Lady" davon zu überzeugen, Deutschland als Verbündeten zu betrachten.

Das britische Staatsarchiv veröffentlichte am Freitag eine Reihe von internen Regierungsdokumenten aus den Achtzigerjahren und dem Jahr 1990. "Wesentlich ist es, die Worte Freund, Verbündeter und Partner zu verwenden, sofern Sie das ertragen können", schrieb ein persönlicher Berater in einem Briefing für Thatcher vor einem Treffen mit dem Deutschen Botschafter in London am 3. Oktober 1990.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass in Großbritannien große Unsicherheit darüber herrschte, ob ein wiedervereinigtes Deutschland zu seiner aggressiven Politik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückkehren würde.

Eine Expertengruppe, die im März 1990 zusammenkam, konnte sich nicht einig werden. Im Protokoll des Treffens ist zu lesen, "die Art wie die Deutschen derzeit ihre Ellenbogen einsetzen und ihr Gewicht in die Europäische Gemeinschaft einbringen, legt nahe, dass sich vieles nicht geändert hat".

Trotzdem kommen sie zu dem Schluss: "Wir sollten nett zu den Deutschen sein."

als/dpa

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