Atomabkommen mit Iran Optimismus in Wien

Im jahrelangen Atomstreit mit Iran ist eine Einigung in greifbare Nähe gerückt. Die vergangene Nacht haben Teheran, die Uno-Vetomächte und Deutschland in Wien damit verbracht, über letzte Hürden zu beraten.
Iranische Delegation: "Absolute Schlussphase"

Iranische Delegation: "Absolute Schlussphase"

Foto: Herbert Neubauer/ dpa

Die USA und Iran haben sich optimistisch über die Aussicht auf einen Erfolg der Atomgespräche in Wien gezeigt. Die technischen Aspekte einer Einigung seien fast alle geklärt, sagte der iranische Unterhändler Ali Akbar Salehi am Sonntag. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte, eine Verlängerung über den bislang genannten Einigungstermin am Montag hinaus werde es nicht geben. Bis dahin werde man aber auch noch arbeiten müssen. US-Außenminister John Kerry sagte, man nähere sich echten Entscheidungen.

Aus dem Umfeld von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verlautete am späten Sonntagabend, noch könne alles scheitern, aber man stehe in der Tat kurz vor dem Ziel. "Der Moment der Entscheidung ist gekommen", hieß es. Die Gespräche seien in der absoluten Schlussphase. In westlichen Delegationskreisen hieß es, sowohl die Unterhändler der USA als auch Irans müssten zunächst mit ihren Regierungen Rücksprache halten, ehe sie einem Abkommen zustimmen könnten.

Staaten des Westens verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Teheraner Führung bestreitet dies. Sie verhandelt mit den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich sowie Deutschland über eine Beilegung des Streits. Damit soll das Atomprogramm des Landes drastisch begrenzt werden. Im Gegenzug sollen Sanktionen und Uno-Waffenembargos schrittweise fallen.

Vor allem Israel sieht durch eine Aufrüstung Irans seine Existenz gefährdet.

ler/Reuters/dpa