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01. Juni 2019, 17:32 Uhr

Wien

Video soll Polizeigewalt bei Klimademo zeigen

Polizisten drücken eine Person zu Boden, ein Beamter schlägt immer wieder mit der Faust zu: Ein Handyvideo, das offenbar bei einer Klimademo in Wien aufgenommen wurde, sorgt für Entsetzen.

"Wir sind friedlich, was seid ihr": Diese Sprechchöre sind im Hintergrund eines Handyvideos zu hören, das im Netz für Empörung sorgt. Es soll zeigen, wie es bei einer Aktion von Klimaaktivisten in Wien zu Polizeigewalt kommt.

Die Klimaaktivisten hatten am Freitagnachmittag den Wiener Ring blockiert. In dem Handyvideo, das auf sozialen Netzwerken unter anderem von Florian Klenk, dem Chefredakteur der Zeitung "Falter", verbreitet wird, ist zu sehen, wie Polizisten eine Person auf dem Boden fixieren.

Mehrfach versucht der Filmende, näher an die Szene heranzukommen. Aber die Person am Boden und die Beamten, die sie festhalten, werden von Kollegen abgeschirmt. An einer Stelle des Videos wird die Person mehrfach von einem Polizisten geboxt, es sind entsetzte Rufe zu hören: "In die Nieren!".

Was dem Vorfall vorausging, wird aus dem Video nicht ersichtlich. Deutlich wird aber, dass die umstehenden Beamten auch während der Schläge nicht einschreiten oder ihren Kollegen abhalten.

Nach Informationen des Magazins "Profil" hatten etwa 100 Aktivisten die Aspernbrückengasse blockiert. Die Aktion habe zu einem längeren Einsatz von rund 200 Polizisten sowie der Feuerwehr geführt. Viele der Demonstranten hätten sich nicht kooperativ gezeigt und sich nicht ausweisen wollen, heißt es in dem Bericht. Deshalb seien nahezu alle Demonstranten festgenommen worden.

"Schon zu Beginn der Aktion drohte uns die polizeiliche Einsatzleitung mit Gewaltanwendung", sagt Sina Reisch, Pressesprecherin der Aktionsform "Ende Geländewagen". Mit der Blockade wollten die Aktivisten auf die Folgen des Autoverkehrs für Klima und Gesundheit in Österreich hinweisen. "Gestern hat sich gezeigt, dass das klimaschädliche System mit Gewalt durchgesetzt wird", sagte Reisch.

Polizeisprecher Patrick Maierhofer bestätigte gegenüber "Profil", dass man über das Video informiert sei und dies an die zuständige Stelle für eine genaue Untersuchung weitergeleitet habe. Nähere Details zu Vorfallsort, Zeit und zur Amtshandlung selbst seien noch nicht bekannt.

vks

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