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Julian Assange: Umstrittener WikiLeaks-Gründer

Foto: CARL COURT/ AFP

WikiLeaks-Auktion auf Ebay Mittag mit Assange - wer bietet mehr?

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks versteigert ein Mittagessen mit ihrem Gründer Julian Assange. Startgebot: umgerechnet 400 Euro. Acht Personen sollen per Ebay-Auktion ein Lunch mit dem öffentlichkeitsscheuen Australier kaufen - die Resonanz ist noch mäßig.

London - Für ein traditionelles britisches Lunch - zum Beispiel Käsesandwich und Kartoffelchips - würde wohl kaum jemand ein kleines Vermögen ausgeben. Doch das Mittagessen, das zurzeit auf der Auktionsseite Ebay versteigert wird, kostet mindestens 350 Pfund pro Person (umgerechnet 400 Euro). Grund ist ein prominenter Gast am Tisch: WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Die Enthüllungsplattform bietet ein Essen mit ihrem öffentlichkeitsscheuen Gründer an, bestätigte WikiLeaks am Mittwoch über seinen Twitter-Account.

Mit der Versteigerung des Assange-Mittagessens beschreitet WikiLeaks ungewöhnliche Wege der Spendenbeschaffung. Der Erlös der Ebay-Auktion soll "zu 100 Prozent" die Arbeit von WikiLeaks unterstützen. "Das ist Ihre Chance, einer von acht Menschen zu sein, die mit WikiLeaks-Chef Julian Assange essen können", heißt es in der Anzeigenbeschreibung.

Allerdings laufen die Gebote bislang eher schleppend ein. Bis Mittwochnachmittag lag der Höchstpreis bei 600 Pfund (umgerechnet 690 Euro).

Der Anzeige auf Ebay zufolge (Verkäufername: "slavojulian") dürfen acht Personen am 2. Juli in "einem der edelsten Restaurants Londons" mit Assange sowie mit dem slowenischen Kulturphilosophen Slavoj Zizek speisen. Im Anschluss sei ein Vortrag der beiden über die "Auswirkungen von WikiLeaks" geplant, hieß es.

WikiLeaks sorgte zuletzt mit der Veröffentlichung Zehntausender von den USA als geheim klassifizierter Dokumente für Aufsehen. Die amerikanischen Behörden prüfen derzeit, ob die Organisation damit gegen nationale Gesetze verstieß.

In Schweden wird gegen Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen zweier Frauen ermittelt. Der Australier ist in Großbritannien auf Kaution frei und hat Berufung gegen seine drohende Auslieferung nach Schweden eingelegt.

Assange war im vergangenen Dezember auf Grundlage eines schwedischen Haftbefehls wegen Sexualdelikten in London festgenommen worden. Der Internetaktivist hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sieht diese als Teil eines Komplotts.

USA prüfen Anklage gegen Assange

Die US-Justiz treibt unterdessen ihre Bemühungen voran, Assange vor Gericht zu stellen. Eine Grand Jury vernahm am Mittwoch unter Eid einen Freund des US-Soldaten Bradley Manning, der Zehntausende geheime Regierungsdokumente an WikiLeaks weitergegeben haben soll.

Vor der Grand Jury sollen laut dem Unterstützerkomitee Mannings Freund David House, der den Soldaten mehrfach im Gefängnis besuchte, sowie "mehrere Personen mit Wohnsitz in der Region Boston" unter Eid aussagen. WikiLeaks bestätigte den Termin.

Er bedeutet nicht unbedingt, dass eine Anklage gegen Assange bevorsteht, sondern eher dass die US-Justiz dieses Ziel weiterverfolgt. Ermittlungen gegen Assange waren im Juli 2010 eingeleitet worden. Eine Anklageerhebung gegen den Australier gilt aber juristisch als schwierig.

Eine Möglichkeit wäre laut Rechtsexperten, zu belegen, dass Assange Manning dazu angestiftet hat, die vertraulichen Dokumente zu stehlen. Manning selbst droht wegen der Weitergabe der Daten vor einem Kriegsgericht lebenslange Haft.

amz/AP
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