WikiLeaks-Gründer Schwedische Ermittler dürfen Assange befragen

In die Ermittlungen gegen WikiLeaks-Gründer Assange kommt Bewegung. Ecuador und Schweden einigten sich auf ein Verhör des Australiers in der Botschaft Quitos in London. Es geht um Vergewaltigung.

Assange (auf einer Videoleinwand im März 2015): Vorwürfe verjährt
AFP

Assange (auf einer Videoleinwand im März 2015): Vorwürfe verjährt


Ecuador gestattet den schwedischen Behörden, den WikiLeaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft des Landes in London zu befragen. Beide Staaten hätten sich nach sechs Monaten Verhandlungen entsprechend geeinigt, teilte die Regierung in Quito am Wochenende mit.

Der 44-jährige Australier Assange lebt seit mehr als drei Jahren in der Botschaft, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wird gegen ihn wegen des Vorwurf der Vergewaltigung ermittelt.

Assange bestreitet die Anschuldigungen und sagte, er befürchte, dass die schwedischen Behörden ihn an die USA ausliefern wollten. Dort könnte er wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente durch Wikileaks vor Gericht gestellt werden. WikiLeaks hatte diese Dokumente vor fünf Jahren ins Netz gestellt. Großbritannien warf Ecuador vor, es behindere die Justiz, indem es Assange Gastrecht in der Botschaft gewähre.

Im Sommer hatte Schweden einen Teil der Ermittlungen gegen Assange eingestellt. Vorwürfe der sexuellen Belästigung, Nötigung und des sexuellen Missbrauchs sind verjährt. Die schwedische Staatsanwaltschaft ließ die Fälle aus dem Jahr 2010 fallen. In Schweden muss beim Vorwurf sexueller Belästigung und Nötigung innerhalb von fünf Jahren Anklage erhoben werden. Im Falle von mutmaßlicher Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Zeit, also bis 2020.

Sowohl Großbritannien als auch Assange selbst hatten einem Verhör durch die schwedische Justiz in der ecuadorianischen Botschaft schon vor geraumer Zeit zugestimmt.

ler/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
syn4ptic 13.12.2015
1.
Man sollte bei mutmaßlich journalistischer Qualität doch zumindest erwarten können, dass SPON zumindest beiläufig den nicht ganz unerheblichen Unterschied zwischen Vergewaltigungsvorwurf in Deutschland und in Schweden aufzeigt oder zumindest den konkreten Tatvorwurf nennt. Das ist so ein Sachverhalt, der mir schon bei früherer Berichterstattung zum Thema aufgefallen ist - mit wenigen rühmlichen Ausnahmen. Das Ergebnis solcher Berichterstattung? Leser solcher Artikel ohne jegliches Vorwissen zum Thema, die einem tatsächlich vorhalten Assange hätte Frauen in eine dunkle Gasse gezerrt und vergewaltigt, wenn man nicht gleich "hängt ihn" als Antwort schreit. Leider keine Übertreibung, die Erfahrung hatte ich bereits mehrfach. "Vergewaltigung" ist so ein emotionales Reizwort wie "Kinderschänder" - mit den meisten Leuten ist bei solchen Themen danach nicht mehr zu diskutieren (siehe. Edathy/Kachelmann/Türk/...).
habmeinemeinung 14.12.2015
2. Was ein lächerliches Theater
Assange kommt da nie mehr raus.
hugahuga 14.12.2015
3. Ablenkung von den Problemen der Gegenwart -
und nichts weiter. Wen interessiert was Assange irgendwann wo getrieben hat - wenn jeder weiß, dass dieser Mann der Welt gezeigt hat, wie das wahre "Gesicht" der US Administration aussieht. Nur das ist wichtig und für alle Bürger dieser Welt nützlich.
hollowman08 14.12.2015
4. wo sind den die
die haben längst ihre Anzeigen zurückgezogen. Jetzt gets nur noch darum dass die USA Assange haben will oder zumindest diesen Volkshelden derr Menschheit beschmutzen will. Assange hat unter anderem die feigen Morde der USA aufgedeckt mit der veröffnetlichung des videos "Collateral Killer" in dem gezeigt wird wie Amerikaner aus dem Hubschrauber heraus Zivilisten aus spass ermorden und dabei witzeln. Das darf die Menschheit nicht vergessen wie Assange die Natur der amerkanischen Invasionen und den Terror den sie über die Welt ergiessen und die Morde an Hunderttausenden nicht vergessen (Übrerfälle auf den Irak, Lybien und jetzt aktuell Syrien). Assange soll endlich den Nobelpreis bekommen den er verdient.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.