Angeblicher WikiLeaks-Informant US-Armee gibt Manning-Dokumente frei

Auf Druck von Medien hat die US-Armee jetzt Dutzende Dokumente zum mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning im Internet veröffentlicht. Darunter befindet sich auch eine seiner Aussagen unter Eid. Dem 25-Jährigen soll im Juni der Prozess gemacht werden.

Manning auf dem Weg zu seiner Anhörung: Ihm droht lebenslange Haft
AP

Manning auf dem Weg zu seiner Anhörung: Ihm droht lebenslange Haft


Washington - Die US-Armee hat Dutzende Dokumente zum Fall des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning veröffentlicht. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass es sich hierbei um Unterlagen aus der Voranhörung vor einem Militärgericht in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland handle. Mehr als 30 Medien und eine Nichtregierungsorganisation hatten die Herausgabe der Dokumente verlangt und sich dabei auf das Gesetz zur Informationsfreiheit berufen.

Am Mittwoch wurden zunächst 84 Dokumente ins Internet gestellt. Neben Eingaben und richterlichen Entscheidungen finden sich darin auch verschriftlichte Teile einer Aussage Mannings unter Eid. Bei Verhandlungen vor zivilen US-Bundesgerichten ist die Veröffentlichung solcher Unterlagen gängige Praxis. Die US-Armee erklärte in einer Mitteilung, die Akten seien mit bislang mehr als 30.000 Seiten sehr umfangreich. Aus diesem Grund dauere es einige Zeit, sie durchzusehen, zu bearbeiten und die zur Veröffentlichung bestimmten Teile zugänglich zu machen.

Manning wird vorgeworfen, geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie rund 260.000 vertrauliche Depeschen der US-Diplomatie an die Enthüllungswebseite WikiLeaks weitergegeben zu haben. Er soll die Daten während seiner Stationierung im Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Manning werden 22 Anklagepunkte zur Last gelegt. Ihm droht lebenslange Haft, der 25-Jährige befindet sich bereits seit mehr als 1000 Tagen im Gefängnis.

Bereits vor Prozessbeginn hat Manning eine Reduzierung seiner Haftstrafe von 112 Tagen erhalten. Richterin Denise Lind befand, dass der im Mai 2010 inhaftierte Obergefreite im US-Stützpunkt Quantico außergewöhnlich harten Haftbedingungen ausgesetzt war. Seine Anwälte hatten gefordert, dass deshalb alle Anklagepunkte fallengelassen werden. Dieser Forderung kam die Richterin nicht nach.

Der Prozess gegen den 25-jährigen Soldaten soll im Juni beginnen. Die Voranhörung können Journalisten per Videoübertragung verfolgen. Diese ist leicht zeitverzögert und kann unterbrochen werden, wenn sensible Informationen zur Sprache kommen.

lei/AFP

insgesamt 7 Beiträge
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Spartacus 28.02.2013
1.
Welch' reißerische Überschrift à la BILD. Darunter habe ich mir die Dokumente vorgestellt, die nun anscheinend doch nicht geheim sind und von der US-Armee freigegeben werden - was auf die Unschuld von Bradley Manning deuten würde. Aber es sind nur 'Dokumente über Manning'.
Sneaky Pie 28.02.2013
2. .
Sie erlauben das töten ihrer eigenen Staatsangehörigen ohne Gerichtsverfahren durch Drohnen. Sie gehen gegen Menschen vor, die so mutig waren, massive Missstände anzuprangern, wie das Töten unschuldiger Menschen. Wobei die Mörder natürlich ungeschehen davon kommen, collateral damage. Sie greifen andere Länder an, ohne ein Konzept für die Zeit nach der Eroberung zu haben. Sie erfinden Kriegsgründe, wo keine sind, und das zurück bis zum ersten Weltkrieg. Nein, die Lusitania hatte kein Kriegsmaterial für die Engländer geladen. Bis das erste U-Boot nachschauen konnte. Oder der Tonkin "Zwischenfall", wie sich herausstellte, wusste nicht einmal der Kapitän der Maddox wusste nicht einmal, das er überhaupt angegriffen wurde, bis ihm der Mund verboten wurde. Nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen im Irak, nach den Waffen suchen sie noch heute. Die Iraker müssen so gut gewesen sein, dass sie diese Waffen miniaturisieren konnten, so dass sie bis heute keiner gefunden hat. Als es den USA genutzt hat, wurde der Schutz geistigen Eigentums komplett ignoriert, Englische und Deutsche Bücher wurden ohne Zahlungen an Autoren oder Eigentümer der Rechte nachgedruckt. Bis sie feststellten, das es sich nun andersherum lohnt.
seneca55 28.02.2013
3. SgSneaky Pie,
Zitat von Sneaky PieSie erlauben das töten ihrer eigenen Staatsangehörigen ohne Gerichtsverfahren durch Drohnen. Sie gehen gegen Menschen vor, die so mutig waren, massive Missstände anzuprangern, wie das Töten unschuldiger Menschen. Wobei die Mörder natürlich ungeschehen davon kommen, collateral damage. Sie greifen andere Länder an, ohne ein Konzept für die Zeit nach der Eroberung zu haben. Sie erfinden Kriegsgründe, wo keine sind, und das zurück bis zum ersten Weltkrieg. Nein, die Lusitania hatte kein Kriegsmaterial für die Engländer geladen. Bis das erste U-Boot nachschauen konnte. Oder der Tonkin "Zwischenfall", wie sich herausstellte, wusste nicht einmal der Kapitän der Maddox wusste nicht einmal, das er überhaupt angegriffen wurde, bis ihm der Mund verboten wurde. Nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen im Irak, nach den Waffen suchen sie noch heute. Die Iraker müssen so gut gewesen sein, dass sie diese Waffen miniaturisieren konnten, so dass sie bis heute keiner gefunden hat. Als es den USA genutzt hat, wurde der Schutz geistigen Eigentums komplett ignoriert, Englische und Deutsche Bücher wurden ohne Zahlungen an Autoren oder Eigentümer der Rechte nachgedruckt. Bis sie feststellten, das es sich nun andersherum lohnt.
Sie leben nicht losgelöst im Universum, sondern in der Hemisphäre der Weltmacht USA, da gibt es Gutes und Schlechtes wie in Russland oder VRChina. Momentan sind die USA auf dem Rückzug wie schon einmal in den 1970er Jahren nach dem verlorenden Vietnam-Krieg, bis die Amis durch Reagans Aufrüstungspolitik und Reagonomics ab 1981 wieder zu Selbstbewußtsein kamen und mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln den Kalten Krieg gegen die UdSSR 1989/91 gewannen und dann ab 1992 und besonders ab 2001, ff. über die Stränge schlugen. Das ist jetzt aber mit den verursachten Weltkrise durch Globalisierung/Casinokapitalismus und den nicht gewonnenen Kriegen in der Islamischen Welt erstmal vorbei. Vielleicht hilft ihnen das Fracking und eine Freihandelszone mit der EU wieder auch moralisch auf die Beine. Die USA bleiben auch die nächsten 15 Jahre noch die einzige Weltmacht, die auch unserer Rahmenbedingungen - Staatsverschuldung/Wachstum - festlegen wird, also piano, piano...
Emil Peisker 28.02.2013
4. ...fürchten, wie der Teufel das Weihwasser
Zitat von Sneaky PieSie erlauben das töten ihrer eigenen Staatsangehörigen ohne Gerichtsverfahren durch Drohnen. Sie gehen gegen Menschen vor, die so mutig waren, massive Missstände anzuprangern, wie das Töten unschuldiger Menschen. Wobei die Mörder natürlich ungeschehen davon kommen, collateral damage. Sie greifen andere Länder an, ohne ein Konzept für die Zeit nach der Eroberung zu haben. Sie erfinden Kriegsgründe, wo keine sind, und das zurück bis zum ersten Weltkrieg. Nein, die Lusitania hatte kein Kriegsmaterial für die Engländer geladen. Bis das erste U-Boot nachschauen konnte. Oder der Tonkin "Zwischenfall", wie sich herausstellte, wusste nicht einmal der Kapitän der Maddox wusste nicht einmal, das er überhaupt angegriffen wurde, bis ihm der Mund verboten wurde. Nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen im Irak, nach den Waffen suchen sie noch heute. Die Iraker müssen so gut gewesen sein, dass sie diese Waffen miniaturisieren konnten, so dass sie bis heute keiner gefunden hat. Als es den USA genutzt hat, wurde der Schutz geistigen Eigentums komplett ignoriert, Englische und Deutsche Bücher wurden ohne Zahlungen an Autoren oder Eigentümer der Rechte nachgedruckt. Bis sie feststellten, das es sich nun andersherum lohnt.
Die Ermordung Unschuldiger, die von einer Hubschrauber-Crew in bestialischer Weise, unter Verwendung vorsätzlich falschen Anschuldigungen, durchgeführt wurde, ohne dass bis heute diese Crew vor einem Richter standen, ist für eine alte Demokratie die finale Todsünde. Diese Tat und ihre Nichtsühnung ist nicht mehr zu unterscheiden von den vielen schändlichen Missetaten diktatorischer Regime. Ich kann nicht verstehen, warum die jetzige Administration ohne jegliche Erklärung dieses Verbrechen seit Jahren deckt, schlimmer noch, dafür dem Whistleblower Manning den Drozess macht, der diesen lebenslang ins Gefängnis bringen kann. Zu hoffen ist, dass durch diesen Prozess auch die Morde an den Journalisten und Ersthelfern zur Sprache kommen. Das Militär muss einen transparenten Prozess so fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.
Emil Peisker 28.02.2013
5. Korrektur
Zitat von Emil PeiskerDie Ermordung Unschuldiger, die von einer Hubschrauber-Crew in bestialischer Weise, unter Verwendung vorsätzlich falschen Anschuldigungen, durchgeführt wurde, ohne dass bis heute diese Crew vor einem Richter standen, ist für eine alte Demokratie die finale Todsünde. Diese Tat und ihre Nichtsühnung ist nicht mehr zu unterscheiden von den vielen schändlichen Missetaten diktatorischer Regime. Ich kann nicht verstehen, warum die jetzige Administration ohne jegliche Erklärung dieses Verbrechen seit Jahren deckt, schlimmer noch, dafür dem Whistleblower Manning den Drozess macht, der diesen lebenslang ins Gefängnis bringen kann. Zu hoffen ist, dass durch diesen Prozess auch die Morde an den Journalisten und Ersthelfern zur Sprache kommen. Das Militär muss einen transparenten Prozess so fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.
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