Weigerung des US-Präsidenten Wikileaks sucht nach Trumps Steuererklärung

Im Wahlkampf versprach Donald Trump, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Jetzt will er davon nichts mehr wissen. Das empört Wikileaks: Die Plattform fordert Insider auf, das Dokument zur Verfügung zu stellen.

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Seit 1972 haben alle US-Präsidentschaftskandidaten der großen Parteien ihre Steuererklärungen veröffentlicht, so berichtet es CNN. Donald Trump will das nicht tun. Obwohl der Republikaner im Wahlkampf etwas anderes versprochen hat.

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Trumps Beraterin Kellyanne Conway erklärte am Wochenende: "Die Antwort des Weißen Hauses ist, dass er seine Steuererklärung nicht veröffentlichen wird." Weiter sagte Conway gegenüber dem TV-Sender ABC: "Es hat die Leute nicht interessiert. Sie haben ihn gewählt, und lassen Sie mich das sehr klar sagen: Die meisten Amerikaner konzentrieren sich darauf, wie ihre eigenen Steuererklärungen während Trumps Amtszeit aussehen werden - nicht wie seine aussieht", sagte Conway.

Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, seine Erklärung zu veröffentlichen, sobald eine angeblich laufende Steuerprüfung abgeschlossen sei. Experten zufolge hindere aber selbst eine Prüfung niemanden daran, die Daten publik zu machen.

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Empört reagierten die Aktivisten der Enthüllungsplattform Wikileaks auf den Rückzieher des Präsidenten: "Trumps Verletzung seines Versprechens hinsichtlich der Veröffentlichung seiner Steuererklärung ist noch weniger begründet als (Hillary) Clintons Verheimlichung ihrer Goldman Sachs-Abschriften", schrieb Wikileaks auf Twitter.

Mit dem Tweet beziehen sich die Enthüller auf angebliche Abschriften von drei hochbezahlten Reden, die Trumps Gegnerin Clinton im Präsidentenwahlkampf vor Vertretern der Investmentbank gehalten hat. Wikileaks hatte die Texte veröffentlicht.

In Bezug auf Trump baten die Aktivisten um die Zusendung von Trumps Steuererklärung, damit sie auf der Plattform veröffentlicht werden könne.

Trumps Beraterin Conway hat derweil ihre Äußerungen zu Trumps Steuererklärungen nach ihrem TV-Statement relativiert. "Unsere Position aus dem Wahlkampf hat sich nicht geändert. Er wird einer Steuerprüfung unterzogen, und der Rat von Steuerberatern und Anwälten ist, sie (derzeit) nicht zu veröffentlichen." Conway ließ damit offen, ob Trump sie nach Abschluss der Steuerprüfung offenlegen wird.

Meinungskompass

Die Äußerungen, wonach sich kaum jemand für Trumps Steuererklärung interessiere, stehen in deutlichem Widerspruch zu einer jüngsten Umfrage von "Washington Post" und ABC, der zufolge 74 Prozent der Amerikaner meinen, dass der milliardenschwere Ex-Immobilienunternehmer seine Steuerunterlagen veröffentlichen sollte. Außerdem haben bislang mehr als 200.000 Menschen eine diesbezügliche Petition unterzeichnet.

anr/AP/dpa

insgesamt 150 Beiträge
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Seite 1
HerrmutMauer 23.01.2017
1. Wenn er sie nicht offen legen muss
und das muss er nach amerikanischem Recht nicht, warum sollte er es tun? Frau Merkel veröffentlicht ja auch nicht ihr Privatvermögen.
winandy 23.01.2017
2. Ende einer Freundschaft?
Sollte die wunderbare Freundschaft zwischen Trump und Assange etwa schon wieder vorüber sein?
Dr. Cooper 23.01.2017
3. Ausgerechnet Wikileaks?
Die empfangen ihre Befehle doch schon seit geraumer Zeit aus Moskau und haben mit Sicherheit überhaupt kein Interesse daran, der putinschen Marionette ans Bein zu pinkeln. Ich bin gespannt.
tinol76 23.01.2017
4. Es geht darum, keine Baseline zu setzen
Eines ist doch vollkommen klar: es geht Mr Trump weniger darum, Steueroptimierungen der Vergangenheit zu verheimlichen. Es geht darum, keine Baseline für sein Vermögen beim Antritt der Präsidentschaft zu veröffentlichen, die nach vier Jahren einen Rückschluss darauf ermöglichen würde, wie viele Milliarden er als Präsident tatsächlich gescheffelt hat.
DougStamper 23.01.2017
5. Haha
Das wird der Herr Assange schon verhindern.
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