Umstrittene Verbindung Putin gibt Krim-Brücke für Zugverkehr frei

Ungeachtet westlicher Kritik rollen ab heute Züge über Russlands längste Brücke. Das umstrittene Bauwerk verbindet das russische Festland und die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.
Brücke zwischen Kertsch auf der Krim-Halbinsel und dem russischen Festland: Mehr als drei Milliarden Euro Kosten

Brücke zwischen Kertsch auf der Krim-Halbinsel und dem russischen Festland: Mehr als drei Milliarden Euro Kosten

Foto: Ulf Mauder/DPA

Auf Russlands längster Brücke gibt Präsident Wladimir Putin heute den Bahnverkehr zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim frei. Der Autobahnteil der umstrittenen Brücke auf die Krim, die Russland 2014 trotz internationaler Kritik annektiert hatte, war bereits voriges Jahr eröffnet worden. Nach mehr als vier Jahren Bauzeit für die Gleise sollen nun auch die ersten Züge vom russischen Kernland auf die Halbinsel rollen.

Die Ukraine, der die Krim völkerrechtlich gehört, hatte wie die EU und die USA gegen das Bauwerk protestiert. Die 19 Kilometer lange Brücke in der Meerenge von Kertsch - zwischen Schwarzem und Asowschem Meer - soll 228 Milliarden Rubel (3,3 Milliarden Euro) gekostet haben.

Das Bauwerk verbindet die russische Halbinsel Taman mit der Stadt Kertsch auf der Krim. Damit ist die Krim erstmals wieder mit dem Zug vom Festland aus erreichbar. Die Ukraine hatte nach der Einverleibung der Krim durch Russland den Zugverkehr eingestellt. Das führte zu starken Einbrüchen der Tourismuszahlen. Millionen Ukrainer hatten bis zur Annexion an den Stränden am Schwarzen Meer Urlaub gemacht.

Zwar wird der neue Flughafen in der Krim-Hauptstadt Simferopol von vielen russischen Städten angesteuert. Durch den Zugverkehr erwarten sich die Krim-Bewohner nun aber wieder deutlich mehr Gäste. Güterzüge sollen dort vom kommenden Jahr an rollen und den Warenverkehr verbessern.

jki/dpa