SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

22. Juni 2018, 15:57 Uhr

Annäherung

Russland und Südkorea wollen Entspannung im Konflikt mit Nordkorea

Der russische Präsident Putin und der südkoreanische Präsident Moon wollen gemeinsam die Entspannungspolitik vorantreiben. Süd- und Nordkorea organisieren derweil Familienbegegnungen.

Russland und Südkorea wollen sich gemeinsam für eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel einsetzen. "Wir verfolgen weitgehend die gleichen Ansätze", sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In.

Moon hatte zuvor bei einer Konferenz für eine trilaterale wirtschaftliche Kooperation von Russland, Nord- und Südkorea geworben. Von seinen russischen Zuhörern gab es dafür Applaus.

Russland habe sich immer und wolle sich weiter für eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea stark machen, sagte Putin der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Moon bekräftigte den Willen zu gemeinsamen Lösungsansätzen von Moskau und Seoul.

100 Menschen aus beiden Ländern sollen Familienangehörige treffen

Das Vereinigungsministerium in Seoul kündigte derweil mit, dass kurzfristig Familientreffen zwischen Nord- und Südkoreanern organisiert werden sollen, die durch den Krieg auseinandergerissen wurden. Die Treffen sollen Ende August in einem Feriengebiet an der nordkoreanischen Ostküste stattfinden.

Jeweils 100 Menschen aus beiden Ländern sollen dann Verwandte wiedersehen oder überhaupt zum ersten Mal treffen können. Mit der Vereinbarung setzen beide Länder ihre seit Anfang des Jahres betriebene Annäherung fort.

Auf die Bedingungen für die neuen Familientreffen hatten sich Unterhändler beider Seiten bei Gesprächen über humanitäre Fragen in einem Hotel am Kumgang-Gebirge geeinigt. Mit den Gesprächen wurde zugleich ein Punkt der gemeinsamen Erklärung des Gipfeltreffens zwischen Moon und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im April umgesetzt. Seit dem Gipfel hatten sich Militärvertreter beider Staaten bereits darauf geeinigt, die militärischen Kommunikationskanäle wiederherzustellen.

höh/dpa/AFP

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung