Ukrainekonflikt Putin weckt Hoffnung auf Freilassung von Matrosen

Im Ukrainekonflikt gibt es Signale der Entspannung. Russlands Präsident will bald über die Zukunft von 24 inhaftierten ukrainischen Seeleuten entscheiden - und neue Gespräche über den Krieg im Osten des Landes führen.
Gefangene Matrosen aus der Ukraine

Gefangene Matrosen aus der Ukraine

Foto: Alexander Zemlianichenko/ AP

Russlands Präsident gibt sich im Ukrainekonflikt optimistisch. Es seien zuletzt wieder Gefangene übergeben worden, sagte Wladimir Putin laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax beim G20-Gipfel im japanischen Osaka. Dort hatte er zuvor auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Ukrainekonflikt gesprochen. Putin kündigte an, die Frage der seit Monaten inhaftierten ukrainischen 24 Seeleute zu klären.

Die Matrosen waren im vergangenen Jahr beim Versuch, aus dem Schwarzen Meer ins Asowsche Meer zu gelangen, von der russischen Küstenwache gewaltsam gestoppt und festgesetzt worden. Die Männer sitzen seitdem in Moskau im Gefängnis. Ihnen drohen bis zu sechs Jahre Haft. Nach russischer Auffassung hätten sie die Durchfahrt anmelden müssen.

Nach ukrainischen Angaben gab es zuletzt Signale der russischen Seite, die Matrosen unter bestimmten Bedingungen freizulassen. Eine solche Bedingung könnte dem Vernehmen nach sein, dass die Ukraine offiziell zugibt, mit einem Manöver ihrer Flotte im vergangenen Jahr die Staatsgrenzen Russlands verletzt zu haben.

Die Matrosen hätten wohl einen Befehl ausgeführt, sagte Putin. Er deutete eine baldige Entscheidung an. "Die Hauptsache ist, dass dies nicht im Rahmen des Wahlkampfs in der Ukraine geschieht", sagte Putin. In der Ukraine wird am 21. Juli ein neues Parlament gewählt.

Nach Putins Darstellung war die Inhaftierung der Matrosen auch Thema seines Gesprächs mit US-Präsident Donald Trump. Ein Urteil des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg zur Freilassung der Soldaten hat Russland nicht anerkannt, weil es die Uno-Instanz nicht für zuständig hält.

Mit Merkel habe er vereinbart, am sogenannten Normandie-Format für die Lösung des Ukrainekonflikts festzuhalten. In dieser Vierergruppe bemühen sich Frankreich, Deutschland, Russland und die Ukraine darum, den Krieg im Osten der Ukraine zu beenden. Einen Termin für ein neues Treffen gebe es aber noch nicht.

ssu/dpa
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