WM-Botschaften von Politikern "Wir werden in den Pubs sitzen"

Mister Cameron sieht ganz England im Pub, Frau Merkel drückt der DFB-Elf "unheimlich die Daumen": Bei der Fußball-WM bekunden Regierungschefs ihre Unterstützung recht unterschiedlich. Und manchmal eher stümperhaft, wie das Beispiel Australien zeigt.


Hamburg - Selbstverständlich drückt jeder Staats- und Regierungschef bei der Fußball-WM dem Team aus dem eigenen Land die Daumen. Aber nicht alle Spitzenpolitiker sind in ihrer Unterstützung gleich kreativ. Einige drehen Videos, andere twittern oder lassen ihre Botschaft von einem Mittelsmann überbringen. Manchmal ziehen sie ihre Aussagen auch spontan wieder zurück. Der Überblick:


Bundeskanzlerin Angela Merkel

Kanzlerin Merkel im Bundestag
DPA

Kanzlerin Merkel im Bundestag

"Und ich möchte mit meinem Besuch einfach auch die Unterstützung deutlich machen, auf der anderen Seite auch die Anerkennung für den Gastgeber Brasilien - für die Brasilianer ist das sicherlich auch, bei aller Kritik, ein großes Ereignis, mit dem sie sich in der Welt präsentieren können. […] Ich drücke natürlich der deutschen Mannschaft unheimlich die Daumen, dass sie möglichst weit kommt. Aber es wird ein hartes Ringen werden."

Das Zitat stammt aus Merkels Video-Podcast vom 14. Juni. Die Kanzlerin reist am Wochenende nach Brasilien, sie will sich am Montag das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD) ansehen.


Großbritanniens Premier David Cameron

Screenshot aus Camerons Videobotschaft
YouTube/ England Football Official

Screenshot aus Camerons Videobotschaft

"Im Namen des ganzen Landes möchte ich dem englischen Team viel Glück für die Weltmeisterschaft wünschen. Nichts bringt unser Land enger zusammen als eine Weltmeisterschaft. Alle Klubrivalitäten werden vergessen und wir werden uns treffen, um den Fernseher versammeln, in Pubs sitzen - die lange geöffnet sein werden - und unser Team anfeuern. Es ist eine schwere Auslosung - einige sagen, sie könnte nicht schwerer sein - aber wir sind hinter euch auf jedem Schritt des Weges. Go for it!"

Die Zitate stammen aus einer Videobotschaft Camerons.


Australiens Regierungschef Tony Abbott

Abbott zu Besuch im Weißen Haus
DPA

Abbott zu Besuch im Weißen Haus

"Ange, Mike und die Socceroos, bei dieser WM habt ihr die Chance, aus dem Weltspiel unser Heimspiel zu machen. […] Wir stehen hinter euch, wenn ihr unsere Farben in das weltweit größte Sportevent hinaustragt."

Das Zitat stammt aus einem offiziellen Videogruß an die Nationalelf. Der Kurzfilm wurde allerdings schnell entfernt - Abbott hatte den Kapitän Mile Jedinak als "Mike" angesprochen. Auf der Seite des "Sydney Morning Herald" kann man das Video noch sehen.


Algeriens Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika

Bouteflika in einer Militärakademie in Cherchell
REUTERS

Bouteflika in einer Militärakademie in Cherchell

"Ganz Algerien steht hinter euch. Belgien hat viele gute Spieler, die in den besten europäischen Klubs spielen. Wir werden als Einheit auftreten und dagegenhalten."

Sportminister Mohamed Tahmi überbrachte der Fußballmannschaft die Botschaft von Staatspräsident Bouteflika. Kurz vor dem Spiel Algerien gegen Belgien hatte er das Team im WM-Quartier in Sorocaba besucht.


Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto

Präsident Nieto (M.) beim WM-Jubel mit Teilen seines Kabinetts
REUTERS/Mexicos Presidency

Präsident Nieto (M.) beim WM-Jubel mit Teilen seines Kabinetts

"Auf geht's Mexiko! Das ganze Land steht hinter euch. #IchWillGlauben #Mexiko"

"So spielt man. Hoch lebe Mexiko! Glückwunsch"

Tweets von Enrique Peña Nieto vor und nach dem Spiel gegen Kamerun (1:0).


Irans Präsident Hassan Rohani

Rohani in New York
REUTERS

Rohani in New York

"Wenn ihr uns mit eurem Weiterkommen gute Nachrichten beschert, dann tun wir das für euch auch." Er werde trotz der wirtschaftlichen Engpässe im Land "dafür sorgen, dass wir das Geld schon irgendwie zusammenbekommen". Das Volk erwarte keine Wunder, aber die Mannschaft solle wissen, dass Millionen von iranischen Fans mit Herz und Seele die Spiele verfolgen werden. "Vielleicht sind die anderen Teams stärker, aber was wir alle wollen, ist euch kämpfen sehen."

Auf einer Pressekonferenz in Teheran versprach Rohani dem iranischen WM-Team eine Prämie für den Einzug ins Achtelfinale.

aar

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
hschmitter 14.06.2014
1. Na immerhin
mal nicht 10 Dinge, mit denen ich unnütz mein Hirn zumüllen soll. Dennoch ungefähr genauso aufregend wie alles andere um diesen Zirkus drumherum.
FKassekert 14.06.2014
2. Merkels Botschaft
an die Bevoelkerung Brasiliens lautet also: schnauze halten, Fussball schauen und weiter so! Wer nimmt dieser Frau ab, dass sie auch nur von einem Ding Ahnung hat, ausser Senfeinkauf! Und dann will diese Nation mit ihr, oder besser muss das 500-jaehrige Fest der Reformation feiern? Blatter Kuesschen hier, Kuesschen dort -Alles OK, wie im DFB! Der Heuchelei und Arroganz dieser "Dame" sei Tuer und Tor geoeffnet! Wie hoch ist die Rechnung fuer den deutschen Steuerzahler? Blanke Verschwendung ... oder muss sie die Aufstellung bekannt geben, damit der Loew aus der Schusslinie ist und bis 2016 weitermachen kann! Ich hoffe auf einen Sieg, ja klar doch - Portugal!
Veterano48 14.06.2014
3. Frau Merkel
und ihre abgeknabberten Fingernägel. Ob sie ihre zwei Daumen drückt ist egal. Sie wird erst wieder erscheinen, wenn es sich für sie lohnt.
erhard.l 14.06.2014
4. Leader der Welt schaut auf diesen Ball !
Ist das nicht eine glänzende Überschrift ? Da kann doch alles Weitere nur abfallen. Keine Bange : das Niveau werd ich nicht halten. Jedenfalls haben einige Reprä - und Reisetanten ihr sportpolitisches Fernweh wieder gefunden. In Richtung Sotschi schien dasselbe abhanden gekommen zu sein.Der Erdball ist rund und die Reiselust zurück - auch bei der hochverehrten Kanzlerin. Die Endspielprognose ihres Lebensgefährten soll bereits für erheblichen Zündstoff in der Kleinfamilie gesorgt haben. Der Tip des Herrn Prof. Russland - USA ! Da kommt wohl nur ein Prof drauf.
f.gotthard 14.06.2014
5. Merkels Daumen
ist abgeknabbert und abgelutscht. Sie sollte ihn nicht einmal heimlich drücken,sondern sich um ihre politischen Aufgaben kümmern.Für diese unattraktive und ignorante Oma ist die Reise nach Brasilien eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern!
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