Globale Konflikte Schäuble fordert bessere Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA

Finanzminister Schäuble hat eine stärkere Kooperation zwischen den Vereinigten Staaten und Europa angemahnt. Derzeit stehen die USA unter anderem in der Kritik, nicht genug zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beizutragen.

Schäuble in Berlin: Nur mit Partnerschaft die Welt stabilisieren
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Schäuble in Berlin: Nur mit Partnerschaft die Welt stabilisieren


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die USA und Europa aufgefordert, bei der Bewältigung der globalen Konflikte stärker an einem Strang zu ziehen. "Wir können nur nachhaltige Lösungen finden, wenn wir zusammenarbeiten", sagte Schäuble in Berlin auf einer Veranstaltung der Atlantik-Brücke. Als Beispiel nannte er die Flüchtlingspolitik. Auch dort gebe es dieselben Herausforderungen. Ohne Partnerschaft seien weder die USA noch die Europäer in der Lage, die Welt zu stabilisieren.

Den Vereinigten Staaten wird seit einiger Zeit vorgeworfen, sich im Vergleich zu vielen europäischen Ländern nicht genügend in der Flüchtlingskrise zu engagieren. Das Weiße Haus hatte daraufhin am Donnerstag erklärt, im kommenden Haushaltsjahr mindestens 10.000 syrische Flüchtlinge in den USA aufzunehmen. Kritiker halten aber auch das für zu wenig.

Schäuble warnte in seiner Rede außerdem erneut vor den Konsequenzen der weltweit extrem lockeren Geldpolitik. Wie schon beim Treffen der Finanzminister der wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) vor einer Woche wies er darauf hin, dass es nicht an Liquidität an den Finanzmärkten und an Schulden mangele.

Aus der vorangegangenen Krise sollten Lehren gezogen werden. Schäuble forderte die USA wiederholt auf, der 2010 beschlossenen Reform der Stimmrechte beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zuzustimmen. Damit erhalten aufstrebende Volkswirtschaften wie China mehr Einfluss beim IWF.

Die Atlantik-Brücke ist ein überparteilicher Verein, der die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten fördert. Hintergrund der Veranstaltung ist auch der Zwei-plus-Vier-Vertrag" von 1990. Darin hatten die Außenminister der Sowjetunion, USA, Frankreichs und Großbritanniens mit ihren zwei deutschen Kollegen das Verfahren zur deutschen Wiedervereinigung vereinbart.

kev/dpa

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