Griechenland-Krise Nazi-Karikatur in Syriza-Zeitung erzürnt Schäuble

Eine Karikatur in der Zeitung der griechischen Regierungspartei Syriza zeigt Wolfgang Schäuble als Nazi, der von der Vernichtung der Griechen träumt. Der Sprecher des Finanzministers verurteilt die Zeichnung scharf.
Schäuble-Karikatur in Syriza-Zeitung: "Der Autor sollte sich schämen"

Schäuble-Karikatur in Syriza-Zeitung: "Der Autor sollte sich schämen"

Foto: Foto: Tassos Anastasiou/I Avgi/dpa

Berlin/Athen - Wolfgang Schäuble trägt eine Wehrmachtsuniform. Seine Gesichtszüge sind verzerrt, aus seinem Mund kommen Worte voller Hass: "Wir bestehen darauf, Seife aus Eurem Fett zu machen", sagt der Bundesfinanzminister. Und: "Wir diskutieren nur über Düngemittel aus Eurer Asche."

So zeigt die Zeitung der griechischen Regierungspartei Syriza den CDU-Politiker in einer Karikatur. Die Zeichnung trägt die Überschrift "Die Verhandlung hat begonnen".

Schäubles Sprecher Martin Jäger hat sich äußerst erbost über die Nazi-Zeichnung geäußert. "Diese Karikatur ist widerwärtig. Und der Autor dieser Karikatur sollte sich schämen", sagte Jäger in Berlin. Es gelte das Prinzip der Meinungsfreiheit. "Ich nehme jetzt diese Meinungsfreiheit auch mal für mich persönlich in Anspruch."

Die Zeichnung nimmt Bezug auf die Konzentrationslager des NS-Regimes, in denen die Nazis aus Leichen Seife gewonnen hatten.

In den vergangenen Monaten hatten Syriza-Politiker mehrfach die Politik der EU gegenüber Griechenland mit dem Vorgehen der Nazis verglichen. So hatte Ministerpräsident Alexis Tsipras vor einem "sozialen Holocaust" in seinem Land gewarnt, falls die Sparauflagen für Athen nicht gelockert würden.

Die Syriza-Parteizeitung hatte Schäuble in der Vergangenheit bereits als Gauleiter bezeichnet. Eine Karikatur zeigten Angela Merkel, die mit Adolf Hitler telefoniert und ihm ewige Treue schwört.

Im aktuellen SPIEGEL zieht Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis andere Parallelen: Er vergleicht die Methoden der Troika mit dem Waterboarding. Wörtlich sagte Varoufakis: "Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los."

syd/dpa