Griechenlands Ex-Finanzminister Varoufakis plant Gründung einer Europäischen Allianz

Yanis Varoufakis schmiedet neue Pläne: Der frühere Finanzminister Griechenlands will eine europäische Bewegung ins Leben rufen - über Parteigrenzen hinweg. Auch CDU-Mitglieder seien eingeladen, sagte er dem SPIEGEL.
Yanis Varoufakis: Gespräch mit Oskar Lafontaine

Yanis Varoufakis: Gespräch mit Oskar Lafontaine

Foto: LOUISA GOULIAMAKI/ AFP

Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis überlegt, eine Europäische Allianz zu gründen. Dies solle keine Partei sein, sagte er dem SPIEGEL, sondern eine Bewegung über die Parteigrenzen hinweg - ein Sammelbecken für alle, die wirklich europäisch denken und die Demokratie in Europa "vitalisieren" wollten. Auch Konservative seien eingeladen mitzumachen, selbst Mitglieder von Angela Merkels CDU.

Varoufakis treibt die Sorge um, dass der Kontinent in die Hände von Antieuropäern wie Marine Le Pen fallen könnte. Er kündigte auch an, sich zu einem Gespräch mit dem Linken-Politiker Oskar Lafontaine verabredet zu haben. Er habe mit ihm einiges zu besprechen, sagte er, ließ aber offen, ob er die Allianz mit dem ehemaligen deutschen Finanzminister ins Leben rufen wolle.

Varoufakis zählt zum linken Flügel der in Griechenland regierenden Syriza-Partei. Er war Anfang Juli von seinem Posten als Minister zurückgetreten. In der Euro-Gruppe galt er als isoliert. Die von Premier Alexis Tsipras mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparmaßnahmen lehnte er ab. Im Athener Parlament votierte er vergangene Woche gegen ein erstes Reformpaket, weitere Gesetzesänderungen unterstützte er hingegen.