Zehn Jahre nach 9/11 Blair erklärt Iran zum Hauptfeind des Westens

Tony Blair war zusammen mit George Bush Feldherr der Kriege gegen die Taliban und Saddam Hussein - zehn Jahre nach 9/11 gibt der Ex-Premier Fehleinschätzungen zu und sagt: der größte Unterstützer des Terrors auf der Welt sei Iran, das Regime in Teheran müsse gestürzt werden.
Blair: Der Ex-Premier gibt Fehleinschätzungen im Kampf gegen den Terror zu

Blair: Der Ex-Premier gibt Fehleinschätzungen im Kampf gegen den Terror zu

Foto: STEFAN WERMUTH/ REUTERS

London - Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 gibt Tony Blair Fehler im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus zu. Er habe damals die Dimensionen der Aufgabe unterschätzt, als der Westen mit den USA und Großbritannien an der Spitze die Kriege im Irak und in Afghanistan gegen Saddam Hussein und die Taliban begann, gestand der frühere Premierminister jetzt in einem Interview mit der britischen Zeitung "Times".

Bis zum heutigen Tag ist es der Allianz in beiden Ländern nicht gelungen, für dauerhaften Frieden zu sorgen. Immer wieder kommt es in Afghanistan und im Irak zu Anschlägen. Die USA und Großbritannien hätten nur auf einen zeitlich relativ kurzen Feldzug gehofft, gesteht Blair jetzt im Nachhinein ein. Dafür, dass es bis heute keinen Frieden gibt, macht der britische Politiker, der inzwischen Sondergesandter des Nahost-Quartetts ist, Iran verantwortlich. Denn das Regime von Präsident Mahmud Ahmadinedschad unterstütze fortwährend die Aufständischen in Afghanistan und im Irak, um ein Ende der Konflikte dort zu verhindern.

Sollte Iran trotz aller Sanktionen weiter versuchen an Atomwaffen zu kommen, müsse der Westen auch zu militärischen Aktionen bereit sein, drängt Blair in dem "Times"-Interview. Ein Sturz der Regime in Iran würde wesentlich zur Stabilisierung der ganzen Region beitragen, sagte Blair.

Notwendig sei aber auch ein Ende der Ära von Baschar al-Assad in Syrien, der den schon seit sechs Monaten dauernden Aufstand in seinem Land mit äußerster Brutalität bekämpft. Assad habe bewiesen, dass er zu Reformen nicht bereit sei. "Seine Position ist unhaltbar", konstatierte Blair.

als/Reuters
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