Nach Rücktritt der Übergangsregierung Zentralafrika bekommt erstmals muslimischen Premier

Mahamat Kamoun ist der neue Ministerpräsident der Zentralafrikanischen Republik. Es ist das erste Mal, dass in dem Land ein Muslim an der Spitze der Regierung steht.


Bangui - In der Zentralafrikanischen Republik soll künftig erstmals ein Muslim an der Spitze der Regierung stehen. Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza nominierte am Sonntag den Finanzexperten Mahamat Kamoun per Dekret zum Premierminister. In der früheren französischen Kolonie sind die Muslime in der Minderheit.

Am vergangenen Dienstag war die Übergangsregierung vereinbarungsgemäß zurückgetreten. Nach mehr als 18 Monaten der Gewalt zwischen Christen und Muslimen hatte die Staatspräsidentin die Bildung einer Regierung auf einer breiteren politischen und ethnisch-religiösen Basis gefordert. Ende Juli war ein Friedensabkommens zwischen der Seleka und den christlichen Anti-Balaka-Milizen unterzeichnet worden.

Seit dem Sturz des Präsidenten François Bozizé im März 2013 durch die Seleka-Rebellen sind Tausende Menschen in dem Konflikt ums Leben gekommen. Christliche Milizen machen Jagd auf Muslime, plündern, morden und vergewaltigen, was regelmäßig zu Racheakten führt. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Auch eine französische Militärintervention und eine Friedenstruppe der Afrikanischen Union konnten die Gewalt nicht in den Griff bekommen. Derzeit sind 6000 Soldaten der Afrikanischen Union sowie 2000 französische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz.

vek/dpa/AFP

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seine-et-marnais 11.08.2014
1. Bodenlose Dummheit
Zitat von sysopMahamat Kamoun ist der neue Ministerpräsident der Zentralafrikanischen Republik. Es ist das erste Mal, dass in dem Land ein Muslim an der Spitze der Regierung steht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/zentralafrika-bekommt-erstmals-muslimischen-premier-a-985487.html
Eigentlich sollte es in einer Demokratie keine Rolle spielen welche Religion ein Minister hat. Dies ist strikte Privatsache. Wenn aber in einer Situation wie in der ZAR die bürgerkriegsähnliche Zustände aufweist, deren Parteien weitgehend auf konfessionelle Gegensätze zurückzuführen sind, man freudig hinausposaunt dass der Premier nun erstmals Moslem ist, dann dient das nicht gerade dazu die Fronten abzubauen. Man kann das Ganze nur als grosse Dummheit bezeichnen. Das wird wohl von einem Grossteil der Bevölkerung in der ZAR wohl kaum als Zeichen von Toleranz verstanden werden sondern nur neue Auseinandersetzungen mit sich bringen.
pandur1234567@yahoo.com 27.08.2014
2.
waren es nicht die Moslems die mit dem töten begonnen hatten? Die Christen haben sich dann irgendwann verteidigt.
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