Zentralafrika Uno kritisiert Gewalt von Soldaten aus dem Tschad

Es sind schwere Vorwürfe, die die Vereinten Nationen gegen Soldaten aus dem Tschad erheben: Die Männer sollen in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik 30 Zivilisten getötet haben - und das "ohne jede Provokation".

Verwundete in Bangui: Mehr als 300 Verletzte und 30 Tote nach Angriff auf einen Markt
AFP

Verwundete in Bangui: Mehr als 300 Verletzte und 30 Tote nach Angriff auf einen Markt


Genf/Bangui - Die Uno hat das gewaltsame Vorgehen tschadischer Soldaten gegen Zivilisten in der Zentralafrikanischen Republik kritisiert. Die Männer hätten in Bangui, in der Hauptstadt des Nachbarlandes, "ohne jede Provokation" von Lastwagen aus das Feuer auf einem Markt eröffnet, teilte das Uno-Menschenrechtsbüro in Genf am Freitag mit.

Die Soldaten hätten auf einem belebten Markt wahllos in die Menge geschossen. Mindestens 30 Menschen starben, mehr als 300 weitere erlitten Verletzungen.

Die Angreifer hätten erst aufgehört, wahllos in die Menge zu schießen, als Soldaten aus dem Kongo eingetroffen seien, die Teil einer Friedenstruppe der Afrikanischen Union seien. Der Tschad beteiligt sich nicht an dem Einsatz, den französische Soldaten unterstützen.

Die tschadischen Soldaten seien offenbar gesondert in das Nachbarland gereist, um tschadische Bürger dort zu schützen. Ihr Vorgehen in Bangui sei "völlig unverhältnismäßig" gewesen, kritisierte das Uno-Menschenrechtsbüro.

Wegen der zunehmenden Gewalt in Zentralafrika hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die Entsendung Tausender zusätzlicher Blauhelme und Polizisten gefordert. Die Zentralafrikanische Republik versinkt seit einem Putsch muslimischer Rebellen im vergangenen Jahr im Chaos.

Es herrscht ein blutiger Konflikt zwischen christlichen und muslimischen Bevölkerungsgruppen. Immer wieder kommt es dabei auch zu Gewalt zwischen Truppen aus dem Tschad auf der einen und Christen auf der anderen Seite. Die Christen werfen der tschadischen Armee vor, auf der Seite der muslimischen Ex-Rebellengruppe Séléka zu stehen.

heb/Reuters/AFP

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