Zentralrat der Muslime "Osthoff soll weiter im Irak arbeiten"

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hatte sich stark für die entführte Susanne Osthoff eingesetzt. Dessen Vorsitzender Nadeem Elyas plädiert jetzt dafür, dass Osthoff trotz überstandener Geiselnahme weiter im Irak arbeitet.


Köln - "Auf jeden Fall sollte sie nicht einfach ihre Lebensaufgabe aufgeben aufgrund eines terroristischen Aktes", sagte Elyas dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Das wäre die Selbstaufgabe. "Ich hätte Verständnis dafür, dass sie ein paar Wochen Urlaub in Deutschland macht und Lebenskraft schöpft - um sich danach wieder für den Irak einzusetzen", meinte Elyas. "Wir dürfen unsere Stellung nicht aufgeben wegen des terroristischen Drucks."

Osthoff sei keinesfalls selbst Schuld an ihrer Entführung, sagte Elyas. "Wo kämen wir hin, wenn jede Möglichkeit einer Gefahr ein Grund dafür sein soll, dass der menschliche Einsatz unterbunden würde." Osthoff habe mehr Anerkennung verdient. Auch jeder Tourist, der in Geiselhaft genommen werde, verdiene den Beistand der Gesellschaft.

Das Engagement vieler deutscher Muslime für die Freilassung der Geisel könne ein Wendepunkt in den Beziehungen zu den Nicht-Muslimen sein, meinte Elyas. Am Fall Osthoff habe man gesehen, dass vor allem Muslime auf die Straße gegangen seien. Das zeige die Verbundenheit mit der deutschen Gesellschaft und die deutliche Ablehnung des Terrors im Namen des Islam.

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