Zum Tode verurteilte Despoten Einige entkamen der Hinrichtung

Eine Reihe von Machthabern musste sich wie der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein in der Vergangenheit vor Gericht verantworten. Einige wurden zum Tode verurteilt, die meisten entkamen ihren Henkern. Eine Auswahl.


Georgios Papadopoulos: Nach seinem Sturz im Jahr 1974 wurde der ehemalige ehemalige Chef der griechischen Obristenjunta wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das Urteil vom Sommer 1975 wurde wenig später in lebenslange Haft umgewandelt. Papadopoulos hatte sich im April 1967 in Griechenland an die Macht geputscht. Das Militärregime ließ in den Jahren ihrer Herrschaft Tausende Menschen bespitzeln, verhaften, foltern und deportieren. Papadopoulos starb 1999 in einem Krankenhaus an Krebs. Er hatte zuvor 21 Jahre in Haft verbracht.

Francisco Macias Nguema: Der ehemalige Herrscher über Äquatorial-Guinea wurde im September 1979 zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet. Nguema war 1968 zum Präsidenten gewählt worden und begann bald damit, ihn unliebsame Gegner aus dem Weg zu räumen. Das brachte seinem Land den Beinamen "KZ Afrikas" ein. In einem Militärputsch wurde Nguema im Sommer 1979 gestürzt und vor Gericht gestellt. In dem öffentlichen Prozess wurden im 200 Morde zur Last gelegt, die er bestritt.

Jean-Bedel Bokassa: Der selbst ernannte Kaiser von Zentralafrika wurde am 12. Juni 1987 zum Tode verurteilt - zum zweiten Mal. Später wurde er jedoch begnadigt. 1965 hatte er mit französischer Hilfe die Macht an sich gerissen und sich 1977 zum Kaiser Bokassa I. gekrönt. Seine Herrschaft war durch grausame Gewalt und verschwenderischen Luxus gekennzeichnet. 1979 wurde er entmachtet. Bokassa floh ins Exil und wurde 1980 schon einmal in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Nicolae Ceausescu: Der rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceaucescu wurde zusammen mit seiner Frau Elena am 25. Dezember 1989 vor ein Armeegericht gestellt und zum Tode verurteilt. Der große "Conducator" war wenige Wochen zuvor noch auf einem KP-Kongress als Generalsekretär bestätigt worden. Doch der Eiserne Vorhang war bereits gefallen. Das Tribunal warf dem Ceausescu vor, in den fast 25 Jahren seiner Herrschaft Tausende Menschen durch seine Geheimpolizei Securitate umgebracht zu haben. Das kommunistische Herrscherpaar wurde erschossen.

Moussa Traore: Nach blutigen Unruhen wurde der malische Präsident im März 1991 gestürzt und knapp zwei Jahre später, im Februar 1993, wegen Mordes und Beihilfe zum Mord zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde zunächst in lebenslange Haft umgewandelt. Unter der Ein-Parteien-Herrschaft des Despoten, der sich 1968 an die Macht geputscht hatte, war das unter Korruption und Vetternwirtschaft leidende afrikanische Land zu einem der ärmsten Länder weltweit verkommen. Nach einem weiteren Todesurteil wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel im Jahr 1999 kommt Troare erneut davon. 2002 wurde er begnadigt.

Chun Doo Hwan: Von 1980 bis 1988 führte er ein autoritäres Militärregime in Südkorea. 1996 wurde der ehemalige Präsident wegen Hochverrats und Rebellion zum Tode verurteilt. Ihm wurde unter anderem die Verantwortung für ein Massaker der Armee bei einem Aufstand in Kwangju 1980 zur Last gelegt. Ende 1997 wurde er begnadigt.

aci



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