Zusammenarbeit mit al-Qaida

"Es gibt eindeutig Kontakte zwischen al-Qaida und dem Irak." Condoleezza Rice, 25. September 2002.


"Es gibt eindeutig Kontakte zwischen al-Qaida und dem Irak": US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice
AP

"Es gibt eindeutig Kontakte zwischen al-Qaida und dem Irak": US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice

Bereits sechs Tage nach dem 11. September 2001 unterzeichnete US-Präsident George W. Bush einen Exekutivbefehl, in dem sowohl ein Krieg gegen al-Qaida als auch gegen die Taliban vorbereitet werden sollte. In einem zweiten Absatz wies er die Militärs an, Szenarien für einen Irak-Krieg zu erarbeiten; die Geheimdienste sollten nach Verbindungen der Terroristen und dem Irak suchen.

Danach wurde die Theorie einfach zur einer unüberprüften Behauptung, die gebetsmühlenartig wiederholt wurde: Vom CIA-Direktor George Tenet, über den Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz bis zum Präsidenten. Heute glauben sieben von zehn US-Bürgern, dass Saddam persönlich bei den Angriffen auf das World Trade Center seine Finger im Spiel hatte. Richtig wurde die Behauptung damit nicht.

Mehrmals wurden die vermeintlichen "Beweise" ausgetauscht. Erst sollte sich einer der Attentäter vom 11. September, Mohammed Atta, im April 2001 in Prag konspirativ mit einem irakischen Geheimdienstler getroffen haben. Das FBI konnte diese Vorwürfe jedoch entkräften: Atta hielt sich im fraglichen Zeitraum nachweislich in Florida und Virginia auf.

Dann führte US-Außenminister Colin Powell am 5. Februar den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi ins Feld. Der enge Verbündete von Osama Bin Laden soll mit zwei Dutzend seiner Gefolgsleute im Nordosten des Iraks ein Ausbildungslager und Giftlabors eingerichtet und von dort aus Attentate dirigiert haben.

Belege dafür legte Powell nicht vor. Tatsächlich hielt sich Sarkawi nach seiner Flucht aus Afghanistan mit großer Wahrscheinlichkeit in Iran auf und wurde dort kürzlich verhaftet. Ungeklärt bleibt, warum der von der säkularen Baath-Partei gelenkte Irak ausgerechnet islamische Fundamentalisten hätte unterstützen sollen, die er immer bekämpft hatte.

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