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16. November 2007, 00:20 Uhr

Zwangsversetzung

US-Diplomaten müssen doch nicht in den Irak

Weil es für dutzende Diplomatenstellen im Irak keine freiwilligen Bewerber gibt, wollte das US-Außenministerium die Lücke durch Zwangsversetzungen schließen. Doch nun können die Beamten aufatmen: Die Pläne wurden in letzter Minute gestoppt.

Washington - Das US-Außenministerium hat Pläne verworfen, nach denen Diplomaten notfalls zwangsweise zum Dienst in den Irak geschickt werden können. Dem Beschluss nach sollten Diplomaten, die den einjährigen Einsatz im Irak verwehren, ihren Job verlieren können. Bis Anfang November wurde bereits Hunderten von Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie in einem entsprechenden Kandidaten-Pool für den Golfstaat seien.

Wie das Ministerium mitteilen ließ, sei es nun nicht mehr angewiesen auf solche "Zwangsanweisungen", sobald Personalvertretungen formal grünes Licht für die Berufung von drei Diplomaten geben werden. Die Beamten des diplomatischen Dienstes hätten sich bereits für die verbliebenen offenen drei Stellen verpflichtet, sagten Mitarbeiter des Auswärtigen Amts. Eine offizielle Ankündigung sei im Laufe des Freitags zu erwarten.

Bei dem Streit um Zwangsversetzungen von Diplomaten in den Irak ging es ursprünglich um 48 unbesetzte Positionen, für die es bis vor wenigen Wochen noch keine freiwilligen qualifizierten Bewerber gab. Anscheinend hat sich die personelle Lücke aber inzwischen weitgehend geklärt. Die Aussicht auf Zwangsversetzungen hatte bei den Mitarbeitern Empörung ausgelöst. Manche sprachen von einer "potentiellen Todesstrafe" für die betroffenen Diplomaten angesichts der täglichen Gewalt in der irakischen Hauptstadt Bagdad.

amz/hen/AP/Reuters

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