Selbstmordattentate Ein Toter und mehrere Verletzte bei Anschlägen in Tunis

In der tunesisches Hauptstadt haben sich kurz nacheinander zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Bei den Anschlägen gab es mehrere Verletzte, ein Polizist wurde getötet.

Tunesische Sicherheitsbehörden am Ort des ersten Anschlags
Fethi Belaid/AFP

Tunesische Sicherheitsbehörden am Ort des ersten Anschlags


Bei zwei Selbstmordanschlägen in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind mindestens acht Personen verletzt worden, mindestens ein Polizist wurde getötet. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen.

Wie das tunesische Innenministerium mitteilte, sprengte sich ein erster Attentäter im Stadtzentrum nahe der französischen Botschaft und der historischen Altstadt in die Luft, ein zweiter Attentäter nahe einer Polizeistation im Stadtteil Al-Gorjani.

Der erste Anschlag ereignete sich demnach auf der zentralen Avenue Bourguiba. Ein Attentäter habe sich einem Polizeiwagen genähert und sich dann in die Luft gesprengt, teilte das Innenministerium mit. Fotos vom Tatort zeigten einen zerstörten Polizeiwagen und den Körper des mutmaßlichen Attentäters. Außer zwei Polizisten seien mehrere Passanten verletzt worden.

Geschätzt 3000 Tunesier haben sich radikalislamischen Gruppen angeschlossen

Erst im vergangenen Oktober hatte sich ebenfalls auf der Hauptstraße Bourguiba eine Attentäterin nahe einem Polizeiauto in die Luft gesprengt und mehr als 20 Menschen verletzt. Sie hatte sich zur Terrororganisation "Islamischer Staat" bekannt.

Tunesien ist eine der wenigen Demokratien in der Region, in der nach den Revolutionen 2011 kein Bürgerkrieg oder großflächige Unruhen entstanden. Dennoch sollen sich geschätzt 3000 Tunesier dem "Islamischen Staat" (IS) oder anderen dschihadistischen Gruppierungen im Irak, in Syrien und Libyen angeschlossen haben.

Nach schweren Anschlägen im Jahr 2015 hatte sich die Sicherheitslage in dem bei Touristen beliebten Land wieder verbessert. Im vergangenen Jahr kamen auch wieder mehr Reisende in das nordafrikanische Land. Europäische Länder lockerten ihre Reisehinweise. In diesem Jahr finden in Tunesien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

Im März 2015 waren mehr als 20 Menschen während einer Geiselnahme im Nationalmuseum Bardo in Tunis getötet worden. Im tunesischen Urlaubsort Sousse erschoss ein IS-Attentäter im Juni desselben Jahres 38 Menschen.

höh/dpa/Reuters



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