Zweifel in London Blairs ehemaliger Gesandter befürchtet Scheitern im Irak

Äußerungen, die man in Downing Street nicht gerne hört: Nach Meinung des ehemaligen britischen Sondergesandten für den Irak, Jeremy Greenstock, war der Krieg vielleicht doch ein Fehler. Entscheidend seien aber die nächsten 18 Monate.


Irak-Kenner Greenstock
AP

Irak-Kenner Greenstock

London - Greenstock, der den Krieg als britischer Uno-Botschafter in New York mit vorbereitete und anschließend der ranghöchste Vertreter von Premierminister Tony Blair in Bagdad war, will noch kein abschließendes Urteil abgeben. In einem Rundfunkinterview sagte er jedoch: "Wenn der Irak 2006 kaum besser als unter Saddam aussieht, dann war das Ganze eine Verschwendung von Leben, Geld und Energie."

Eine Sprecherin von Blair sagte dazu: "Sir Jeremy hat ein Recht auf eine eigene Meinung. Wir sagen ganz deutlich, dass gerade jetzt ein wichtiger demokratischer Prozess im Irak stattfindet." Greenstock hatte seinen Posten im Irak im März dieses Jahres aufgegeben. Grund dafür war nach Zeitungsberichten unter anderem ein Zerwürfnis mit dem damaligen US-Zivilverwalter Paul Bremer.



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