Flüchtlingsansturm Zweitausend Migranten vor Italiens Küsten gerettet

Italien erlebt einen Ansturm von Flüchtlingen: Allein in den vergangenen zwei Tagen rettete die italienische Marine nach eigenen Angaben mehr als 2000 Nordafrikaner aus Seenot. Bei dem Versuch, das Mittelmeer mit einem winzigen Boot zu überqueren, starb ein Mann.

Rettungsaktion vor Lampedusa: Italien muss einen riesigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika bewältigen
AFP

Rettungsaktion vor Lampedusa: Italien muss einen riesigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika bewältigen


Rom - In zwei Tagen hat die italienische Flotte mehr als 2000 Flüchtlinge gerettet. Innerhalb von 48 Stunden versuchten 15 Boote mit Migranten nach Europa zu gelangen. Sie kamen zumeist aus Libyen. Bei der Rettungsaktion an der Südküste Siziliens seien auch Handelsschiffe beteiligt gewesen, erklärte die Küstenwache. Ein Migrant überlebte die gefährliche Überfahrt den Angaben der Marine zufolge nicht. Er starb an einer Vergiftung durch Benzindämpfe.

Zwar startete die Überfahrt zumeist in Libyen, viele Flüchtlinge sollen jedoch aus dem Bürgerkriegsland Syrien stammen. Eine derzeit ruhige Wetterlage mache die Fahrt von der nordafrikanischen Küste über das Mittelmeer möglich. Laut Beobachtern sei es wahrscheinlich, dass noch weitere Boote auf dem Weg sind.

Aus Syrien, den Palästinensischen Gebieten und Eritrea

Allein in der Nacht zum Mittwoch retteten Marine, Küstenwache und Handelsschiffe insgesamt mehr als 1500 Flüchtlinge. Am Montag waren zuvor südlich von Lampedusa knapp 600 Migranten - überwiegend aus Syrien, den Palästinensischen Gebieten und Eritrea - von Marineschiffen geborgen worden. Sie waren in zwei Booten von Nordafrika aus aufgebrochen und wurden nach Sizilien gebracht.

Italien hat seine Flottenpräsenz an der sizilianischen Küste verstärkt, nachdem im vergangenen Jahr Hunderte von Flüchtlingen vor Lampedusa ertrunken waren. Das umstrittene Auffanglager auf der Insel Lampedusa, das wegen seiner Aufenthaltsbedingungen in die Kritik geraten war, ist bereits vor Monaten geschlossen worden. Seit Beginn ihrer strikteren Überwachung des Mittelmeeres vor fünf Monaten hat Italiens Marine etwa 11.500 Flüchtlingen geholfen.

Am Dienstag waren auch in der spanischen Enklave Melilla in Nordafrika zusätzlich 500 Flüchtlinge angekommen, die größte Zahl an Einwanderern seit zehn Jahren.

vek/dpa/Reuters

insgesamt 6 Beiträge
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egowehner 19.03.2014
1. Über eines müssen wir uns klar sein,
die da kommen, sind zu 99 % immer die stärksten., nicht die besten. Frauen und Kinder dürfen weiter schutz- und hilflos krepieren. Und die Schuldigen, die ehemaligen Kolonialmächte, fühlen sich teilweise nicht im geringsten zuständig. Das zeigt die Moral einiger EU-Partner, allen voran die des ehemaligen Großbritannien.
omarius 19.03.2014
2. es gibt da eine regelrechte
industrie die die leute anschleppt.... wie letztens in einer ÖR doku über die lage in Somalia zu sehen darüber werden dann auch "familiennachzugs Plätze" vermittelt...... da gehört dringend ein riegel vorgeschoben und vor ort die lage verbessert. Die Probleme Afrikas müssen in Afrika gelöst werden
sapere+aude 19.03.2014
3. @egowehner: Warum Kolonialmächte?
Hallo, wieso sind Sie sich so sicher, dass "die ehemaligen Kolonialmächte" die Schuldigen sind? Warum nicht ganz einfach das völlig außer Kontrolle geratene Bevölkerungswachstum in Afrika, dass dem Kontinent bis 2050 ca 1,3 Milliarden zusätzlicher Einwohner bescheren wird? Naiv gerechnet sind das rund 100.000 Menschen zusätzlich jeden Tag!
r-dami 20.03.2014
4. Europa freu dich!
Wir sollten uns über neu Ankömmlinge freuen. Diese sind zukünftig potentielle Europäer. Sie würden unsere Durchsschnittsalter im alten Europa jünger machen und auf langer Sicht sind diese potentielle Steuetzahler. Unsere Rente ist sicher!!. Aber vorher müssen wir sie versorgen !
Lila_Leila 20.03.2014
5.
Zitat von egowehnerdie da kommen, sind zu 99 % immer die stärksten., nicht die besten. Frauen und Kinder dürfen weiter schutz- und hilflos krepieren. Und die Schuldigen, die ehemaligen Kolonialmächte, fühlen sich teilweise nicht im geringsten zuständig. Das zeigt die Moral einiger EU-Partner, allen voran die des ehemaligen Großbritannien.
Wenn sich Deutschland so vermehrt hätte wie z.B. Pakistan in den letzten 100 Jahren dann gäbe es heute 500 Millionen Deutsche. Dann würde auch kein Afrikaner nach Europa kommen weil dann die Europäer selbst die Welt überschwemmen würden. Die Entscheidung fürs Poppen mit all den Folgen müssen sie den Afrikaner schon noch selbst überlassen oder fühlen sie sich in alter Kolonialmanier selbst dafür verantwortlich und wollen da behilflich sein?
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