Ukraine-Affäre Weiterer Whistleblower will über Trump-Telefonat aussagen

Ein zweiter Informant ist offenbar zu Aussagen über US-Präsident Donald Trump bereit. Sein Anwalt bestätigte, dass auch dieser sich bereits an die interne Überwachungsstelle der Geheimdienste gewandt habe.

Amtssitz des US-Präsidenten Donald Trump: "Sollen sie nur kommen!"
Cliff Owen/ AP

Amtssitz des US-Präsidenten Donald Trump: "Sollen sie nur kommen!"


Ein zweiter Informant ist offenbar zu Aussagen über US-Präsident Donald Trump bereit. Der Geheimdienstmitarbeiter soll über Informationen aus erster Hand zu Trumps Umgang mit der Ukraine verfügen und habe sich bereits an den Generalinspekteur für die US-Geheimdienste gewendet, sagte dessen Anwalt.

Der US-Sender ABC News zitierte Mark Zaid, der zugleich auch Anwalt des ersten Informanten ist, dessen Aussagen die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hatten. Der zweite Whistleblower habe bereits mit Michael Atkinson gesprochen, dem Generalinspekteur für die Geheimdienste. Er ist eine Art interner Oberaufseher im Washingtoner Geheimdienstapparat - und auch erster Ansprechpartner für interne Informanten.

Die " New York Times" hatte bereits am Freitag anonyme Quellen zitiert, wonach ein zweiter Informant aus Geheimdienstkreisen erwäge, eine formelle Beschwerde einzureichen. Anwalt Zaid sagte ABC News, er wisse nicht, ob der Whistleblower, den er vertrete, mit dem im "Times"-Bericht zitierten identisch sei.

Anwalt Mark Zaid (rechts): Informationen aus erster Hand
Mark Wilson/ Getty Images

Anwalt Mark Zaid (rechts): Informationen aus erster Hand

Trump schrieb am Samstagabend, jetzt käme aus der ihm feindlich gesinnten Bürokratie offenbar ein weiterer Whistleblower "mit Informationen aus zweiter Hand". Auf Twitter schrieb er: "Sollen sie nur kommen!" Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben wegen der Beschwerde des ersten Tippgebers die Vorbereitungen eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump eingeleitet.

Der US-Präsident steht stark unter Druck seit bekannt wurde, dass er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dem Telefonat am 25. Juli zu Ermittlungen gegen Joe und Hunter Biden gedrängt hatte. Aus seinem Wunsch nach Ermittlungen machte Trump anschließend keinen Hehl - allerdings wies er den Vorwurf zurück, Druck ausgeübt zu haben. Es gebe kein "Quidproquo", also keine eindeutige Forderung einer Gegenleistung.

Trump verdächtigt die Bidens ohne Belege, in Korruptionsvorgänge in der Ukraine wie in China verwickelt gewesen zu sein. Zuletzt geriet Trump in die Kritik, weil er China öffentlich um die Aufnahme von Ermittlungen bat.

feb/Reuters/AFP/dpa



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dr_gb 06.10.2019
1. Und keine Aktenvernichtung !
passend dazu aktuell auch die richterliche Anordnung an das White House von U.S. District Judge Amy Berman Jackson : keine Dokument, Daten-/TerminPlan-/TelefonMitschnitt- oder Aktenvernichtung.
andreika123 06.10.2019
2. was ist das Problem?
Präsidenten bietet um Ermittlungen gegen eine US Bürger der Dreck am stecken hat wo ist das Problem? Das wäre doch schlimm wenn es anders wäre. Das der Beschuldigte der Sohn eines Politikers ist soll nicht für die Sache relevant sein, vor Gesetzen sind alle gleich.
banalitäter 06.10.2019
3. Kegelt er sich...
.... ganz alleine aus dem Rennen ? Viele stolperten nicht über den Skandal , sondern über das Vertuschen eines Skandales. Bisher war ich der Meinung , nur sehr schlechte Wirtschaftsdaten könnten Trumpels Wiederwahl verhindern - aber offenbar schafft er s selber und schaufelt sich sein Grab.
christianwitten 06.10.2019
4. Warum wohnt der noch in Whitehouse?
Die Verunglimpfung von Menschen mit handicap, das Prahlen mit grab her by the pussy ob geprahlt oder real, die Lügen und sich selbst beweihräuchern. All das zeigt die Ungeeignetheit dieses Menschen für das Amt des Präsidenten. Zum Einpacken von Waren in Papiertüten für Kunden eines Supermarktes wäre er vielleicht noch qualifiziert. Obwohl der Unzumutbare würde die Kunden des Supermarktes noch vergraulen. Wer Veteranen der us Armee über den grünen Klee lobt, er hatte kein Interesse an der Familie oder irgendwelchen Fakten über diesen Veteranen, weil vermeintlich sich dieser an einem besseren Ort befinde ist ein Schwätzer vor dem Herrn, der Veteran lebt nämlich noch. Respektlos. Schrott als Erfolg verkaufen wie etwa Kim und Nordkorea. Rechtsbeuger wie Herrn Acosta als Mimister beschäftigen..... Bringt ihn weg aus dem Whitehouse. Gerne bemüht dieser Herr sich Waffen zu preisen. Bringt ihn besser stehend ais liegend dort heraus.
tailspin 06.10.2019
5. War doch zu erwarten
Amtsenthebung endet immer in einem Gerichtsverfahren vor dem Senat mit Zeugeneinvernahme von allen beteiligten Parteien. Es ist nicht nicht vorstellbar, dass der erste anonyme Whistleblower, der seine Erkenntnisse nur aus zweiter Hand hatte, damit irgendwie durchgekommen waere. Jeder Richter haette das Verfahren an dieser Stelle beendet. Er hatte also Informanten. Diese koennen ebenfalls nicht anonym bleiben. Dann kann man die auch gleich vorzeigen. Interessant wird es nur, wenn die etwas anderes aussagen, als der erste. Und dann ist immer noch die Frage, geht es um einen impeachable defense von Trump mit politischem Hintergrund (illegitim) oder um die Aufdeckung von Korruption in der letzten Regierung, die den Einfluss des Vizepraesidenten an Auslaender zur Erzielung von Verguenstigungen verkauft hat (legitim). Ich habe schon eine Idee, wie das ausgeht, aber ich sags nicht.
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