Zyklon "Kenneth" in Mosambik "Dörfer, wie von einem Bulldozer planiert"

Dutzende Menschen starben, als Wirbelsturm "Kenneth" in Mosambik und auf den Komoren wütete. Mehr als 3000 Häuser wurden zerstört, es sind Schäden in Milliardenhöhe entstanden.

Bewohner der Stadt Pemba, Mosambik, waten durch die Wassermassen des Sturmsystems "Kenneth"
Mike Hutchings/ REUTERS

Bewohner der Stadt Pemba, Mosambik, waten durch die Wassermassen des Sturmsystems "Kenneth"


Die Vereinten Nationen (Uno) geben für die vom Wirbelsturm "Kenneth" verwüsteten Gebiete im Norden Mosambiks und auf den Komoren insgesamt 13 Millionen Dollar für Nothilfe. Auch die EU hat Soforthilfe zugesagt, in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Der Sturm hatte die Region um die Provinzhauptstadt Pemba am Donnerstag getroffen. Dabei wurden Geschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometer pro Stunde gemessen. Laut Regierungsangaben sind bislang 38 Todesopfer bestätigt. Mehr als 3000 Häuser wurden zerstört, Zehntausende mussten in Notunterkünfte gebracht werden.

Schäden in der Provinz Cabo Delgado
AFP

Schäden in der Provinz Cabo Delgado

Eine Mitarbeiterin der Uno-Nothilfeorganisation Ocha sagte nach eine Rundflug über dem Katastrophengebiet in der Region Cabo Delgado, Dörfer in Küstennähe seien "ausgelöscht" worden, sie sähen aus, "wie von einem Bulldozer planiert". Die Weltbank schätzt die Summe aller Schäden für die von "Kenneth" betroffenen Länder in Ostafrika auf mehr als zwei Milliarden Dollar.

Erst vor sechs Wochen hatte der Wirbelsturm "Idai" in Mosambik, aber auch in Sambia und Simbabwe für schwere Verwüstungen gesorgt. Dabei waren mehr als tausend Menschen gestorben, verlässliche Zahlen gibt es nicht. Viele Gebiete, die von "Idai" getroffen wurden, sind auch nach Wochen noch überflutet. Bei "Kenneth" wird befürchtet, dass der Sturm noch deutlich größere Wassermassen bringen könnte als "Idai", weil das System lange in einer Stelle verharrt.

cht/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.