Seenot Zyprische Küstenwache rettet mehr als hundert syrische Flüchtlinge

114 Syrer sind vor der Küste Zyperns gerettet worden, darunter viele Kinder. Ihr Flüchtlingsboot war zuvor in Seenot geraten. Die Polizei nahm drei mutmaßliche Schleuser fest.

Gerettete Flüchtlinge nahe Nikosia auf Zypern: 54 Frauen und Kinder
DPA

Gerettete Flüchtlinge nahe Nikosia auf Zypern: 54 Frauen und Kinder


Vor der Küste Zyperns sind mehr als hundert Flüchtlinge aus Syrien gerettet worden. Das kleine Fischerboot mit insgesamt 114 Insassen an Bord - darunter 54 Frauen und Kinder - sei am späten Samstagabend etwa 40 Seemeilen von der zyprischen Hafenstadt Larnaka entfernt in Seenot geraten. Das teilten Kreise des Koordinationszentrums für Rettungseinsätze auf Zypern mit.

Die Flüchtlinge seien zunächst alle sicher nach Larnaka gebracht worden, Berichte über Verletzte gab es demnach nicht. Sie sollen in ein Auffanglager westlich der Inselhauptstadt Nikosia gebracht werden. "Wir halten alle von der EU bestimmten Regeln ein", sagte der zyprische Innenminister Sokratis Chasikos im Radio.

4000 Dollar pro Kopf gezahlt

Einige Flüchtlinge sagten Reportern, sie hätten pro Kopf 4000 Dollar für eine Fahrt von Syrien nach Italien gezahlt. Die Polizei nahm drei mutmaßliche Schleuser fest, teilte die Polizei mit.

Obwohl Zypern nur rund hundert Kilometer von der syrischen Küste entfernt liegt, hat es bislang keinen größeren Andrang von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland gegeben. Die meisten syrischen Flüchtlinge wollen auf das europäische Festland gelangen.

Im September vergangenen Jahres waren vor Zypern rund 345 syrische und palästinensische Flüchtlinge von einem Kreuzfahrtschiff aus rauer See gerettet worden. Die Flüchtlinge weigerten sich zunächst, ihr Boot zu verlassen, wurden aber schließlich für mehrere Monate in ein Zeltlager nahe der Hauptstadt Nikosia gebracht. Im November 2014 wurden 220 Menschen vor der Küste des von der Türkei besetzten Nordteils Zyperns gerettet.

yes/dpa/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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Pandora0611 06.09.2015
1. Auf den Weg ins gelobte Land
Ich wusste bisher nicht, dass Zypern zu Italien gehört. Aber anscheinend ist es so. Einige Flüchtlinge sagten Reportern, sie hätten pro Kopf 4000 Dollar für eine Fahrt von Syrien nach Italien gezahlt Jetzt wurden sie also von der Küstenwache "gerettet" und nach Nikosia gebracht.
BeBeEli 06.09.2015
2. Gewissenlos
Was sind das für Eltern, die ihre Kindern Entbehrungen und Krankheiten aussetzen und sie in Todesgefahr bringen. In Deutschland machen sie sich strafbar. Abgesehen davon zeigen sie, dass sie kein Gewissen haben. Sie sind auch nicht besser als die Bettler, die in Berlin sich kranker und behinderter Kinder bedienen, damit sich die Geldbeutel öffnen.
moe.dahool 06.09.2015
3. #1 und #2 Was sind das denn für Kommentare?
#1 setzt den Begriff GERETTET in Gänsefüßchen, und moniert die geographischen Bezeichnungen, #2 spricht von gewissenlosen Eltern, die sich kaum von den Eltern von bettelnden Kindern unterscheiden. Zu #1: Möglicherweise ist das Boot vom Kurs abgekommen, und daher vor Zypern gelandet. Wie dramatisch die Rettung war, wissen Sie doch überhaupt nicht. Zu #2: Fragen Sie sich doch einfach mal, wie verzweifelt die Eltern gewesen sein müssen, DASS sie ihre Kinder dem Risiko ausgesetzt haben. Ich weiß nicht, ob anrückende IS Schergen oder Assad'sche Killerkommandos, Giftgas oder "einfache" Bomben eine höhere Überlebenschance geboten hätten. Welche Herzlosigkeit unterstellen Sie denn? Vor allem ist es zynisch und widerwärtig, verzweifelte Eltern mit den Köpfen der Bettelmafia zu vergleichen. Refugees welcome!
jamguy 07.09.2015
4.
Zitat von Pandora0611Ich wusste bisher nicht, dass Zypern zu Italien gehört. Aber anscheinend ist es so. Einige Flüchtlinge sagten Reportern, sie hätten pro Kopf 4000 Dollar für eine Fahrt von Syrien nach Italien gezahlt Jetzt wurden sie also von der Küstenwache "gerettet" und nach Nikosia gebracht.
In Australien klappt das System wunderbar den Die haben klar gemacht das Sie keine Flüchtlinge an Land lassen und auch keine rettungsstaffeln im Meer postieren um die Leute die wissen das nix geht zu retten. Was Wir machen is weiterhin immer eine Einladung mit oder ohne Schlepper!
ichhalt82 07.09.2015
5. #1,#2,#4 Was soll denn das....
#1 Im Artikel steht dass sich das Boot in Seenot befand, bedeutet also kurz vor'm kentern. Denen dann zu helfen nennt man retten, dafür braucht es keine Anführungszeichen! #4 Einfach Absaufen lassen wäre besser? Solche Zeiten hat Europa, glücklicherweise, weit hinter sich gelassen! #2 Ja nee,is klar. Wollen Sie damit sagen, gute Eltern würden ihre Kinder eher dem Assad Regime oder dem IS ausliefern, anstelle mit ihnen die Flucht zu versuchen? Das ist doch grenzdebiler Quatsch!!
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