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Ausstellungsspektakel Expo '86: »Welt in Bewegung«

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aus DER SPIEGEL 18/1986

Wieder einmal beginnt, diesmal im kanadischen Vancouver, eines der großen (und sinnlosen) Ausstellungsspektakel dieser Erde: die Expo '86 (Eröffnung: 2. Mai), auf der mehr als 50 Staaten und zahlreiche Wirtschaftsunternehmen zeigen, was fast jeder schon kennt. Amerikaner und Russen präsentieren - mit Raumstationen, Raumgleitern und Raumkapseln - ihre Sammelsurien von Gerätschaften, mit denen sie Menschen ins All schießen und dort am Leben erhalten; im englischen Pavillon stehen, vor der Kulisse eines englischen Dorfes, die neuesten Produkte von Rolls-Royce und Jaguar; bei den Chinesen erleben die Besucher per Film-Simulation eine Fahrt auf einer Dschunke über den Jangtse-Fluß, während die Franzosen ein neuartiges Personenförder-System für Flughäfen vorstellen. Vertreten sind natürlich auch die Deutschen, deren großen Söhnen Daimler und Benz die Welt schließlich die automobile Fortbewegung verdankt. Herzstück des 1300 Quadratmeter großen deutschen Pavillons ist eine Nachbildung des Anhalter Bahnhofs in Berlin, aus dem ein originalgroßes Modell des Magnetschwebezuges »Transrapid« in die Zukunft rauscht. Weiter zu sehen sind unter anderem der »Duobus« (der sowohl an Oberleitungen als auch mit Hilfe von Tastrollen in verlegten Spuren fahren kann), das Weltrekord-Segelflugzeug »G 103«, ein Modell des Forschungsschiffes »Polarstern« sowie ein »Spracherkennungs-Computer für armloses Autofahren«. Im Multivisionsraum werden »die Schönheiten Deutschlands ausgebreitet« (Pressetext), vorgestellt werden auch National-Heroen wie Boris Becker (Tennis), Bernhard Langer (Golf), Anne-Sophie Mutter (Geige) sowie Ulf Merbold (wissenschaftliche Nutzlast) »als Vertreter ihres Landes im Herzen von Europa«.

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