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Briefe

AUSVERKAUFT
aus DER SPIEGEL 39/1968

AUSVERKAUFT

(Nr. 36/1968, Peter Brügge bei den Luzerner Musikfestwochen)

Mit seiner gesellschaftskritischen Glosse über die Internationalen Musikfestwochen Luzern 1968 hat Ihr Mitarbeiter nicht nur den Nagel auf den Kopf getroffen, sondern die Betroffenen in adäquater Weise »gekennzeichnet«. Die Reaktion der »High Snobiety« war denn auch dementsprechend. Es ist nämlich tatsächlich so, daß man als gewöhnlicher Sterblicher für bestimmte Veranstaltungen gerade während der Festwochen nur mit großer Mühe oder guten Beziehungen zu Eintrittskarten gelangt.

Wie sehr jedoch der »kleine Mann auf der Straße« endlich einmal eine Kritik in dieser Richtung erwartet hat -- die hiesigen Gazetten sind da vermutlich aus Rücksichtnahme sehr schüchtern -, zeigt deutlich folgende Tatsache: SPIEGEL Nr. 36 war bereits einen Tag nach Erscheinen in Luzern vergriffen und nur noch »unter der Hand zu bekommen« ...

Luzern EBERHARD BORCHERT

Es freut mich, daß Sie den Mut und die gute Dosis Frechheit hatten, alle die »Mis(t)stände« an den Internationalen Musikfestwochen in Luzern aufzuzeichnen. Vielleicht gibt Ihr Artikel Anlaß dazu, daß eine tüchtige Verjüngung im Publikum, aber auch vor allem im Vorstand einritt.

Zürich PETER ZERRER

Vor lauter spöttischen Betrachtungen über die »Begüterten mit ihren Titeln« das »fürstliche Mäzenatentum« und die »schmackhaften Empfänge der Honoratioren« scheint Herr Brügge ganz vergessen zu haben, daß gerade diese »lieben Schlaraffen im Smoking« gewöhnlichen Sterblichen den Genuß vollkommener Musik ermöglichen. Auch ohne die »nötigen Verbindungen und übrige Franken« ist es mir bis jetzt immer gelungen. Karten für die »altgewohnten Kompositionen abendländischer Kultur«, kurz Konzerte, zu bekommen.

Zug (Schweiz) CHRISTIN BRUNNSCHNEITER

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