Zur Ausgabe
Artikel 120 / 120
Vorheriger Artikel

Aviv Geffen,

aus DER SPIEGEL 21/1995

22, beliebtester Rockstar Israels, erzürnte Ministerpräsident Jizchak Rabin mit seinem neuesten Hit »Kein Platz«. Der für schrilles Auftreten und morbide Texte berüchtigte Popkünstler besingt darin ein gewalttätiges, düsteres Israel, in dem Kinder zu den Waffen greifen, Katzen verbrannt und Mädchen von ihren Vätern vergewaltigt werden. Selbst die Friedenstaube leide an ihrem Ölzweig im Schnabel, so heißt es in dem Rockpoem, »und wer torkelt da betrunken herum? Der Ministerpräsident«, lautet der Refrain. Erboste Parteigänger des verunglimpften Politikers heizten den Verkauf der Scheibe zusätzlich an, als sie verlangten, die staatseigenen Rundfunkanstalten sollten das Schmählied aus dem Programm nehmen. Schadenfroh registrierten Israelis auch noch, daß Aviv Geffen der Familie des legendären israelischen Kriegshelden Mosche Dajan entstammt, eines langjährigen Weggefährten des heutigen Ministerpräsidenten Rabin.

Zur Ausgabe
Artikel 120 / 120
Vorheriger Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.