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Hausmitteilung Baerbock / Floyd / Nawalny / Schalke

aus DER SPIEGEL 17/2021

Seit Annalena Baerbock zur grünen Kanzlerkandidatin ernannt wurde, fragen sich viele: Wer ist die Frau, die Deutschland regieren möchte? Redakteur Malte Müller-Michaelis hat vor 20 Jahren mit Baerbock zusammen studiert, mit ihr gelacht, getanzt, diskutiert und Fußball gespielt. Er erlebte eine Kommilitonin, die wusste, was sie wollte, ohne zu wissen, in welche Richtung sich ihr Leben entwickeln würde. Seine Erinnerungen an Baerbock hat er nun aufgeschrieben. »Es hat Spaß gemacht, in die Vergangenheit abzutauchen«, sagt Müller-Michaelis. »Ich hatte beim Schreiben ein mulmiges Gefühl, weil ich seit einer Ewigkeit nicht mit ihr gesprochen habe. Aber ich glaube nicht, dass sie mir den Artikel übel nehmen wird. Immerhin hat sie mir auch verziehen, dass ich einmal unangemeldet meine Fußballmannschaft zu ihrer Geburtstagsparty mitbrachte.« zum Artikel 

Die Stadt Minneapolis war zu einer Festung ausgebaut, der Zugang zum 18. Stock eines Gerichtsgebäudes, in dem der Polizist Derek Chauvin am Dienstag für die Tötung von George Floyd verurteilt wurde, streng reglementiert. Redakteur Philipp Oehmke war einer von nur elf zugelassenen Reportern, die sich während der drei Prozesswochen im Gerichtssaal abwechselten: Einer schrieb stets für alle anderen seine Beobachtungen auf. Oehmke erlebte weinende, aufgewühlte Zeugen, die zugesehen hatten, wie Floyd unter Chauvins Knie starb. Nur der Angeklagte blieb ungerührt. Am Ende stand eine Entscheidung, die Amerika erlöste, allerdings wohl nur für den Moment. »Als der Schuldspruch kam, brach in Minneapolis Jubel aus«, sagt Oehmke, »doch nur Minuten später wurde bekannt, dass kurz vorher in Ohio ein 16-jähriges Mädchen von einem Polizisten erschossen worden war.« zum Artikel 

Demonstrantin, Hebel

Demonstrantin, Hebel

Foto: Emile Ducke

Es ist gerade acht Monate her, da kämpfte der Kremlkritiker Alexej Nawalny um sein Leben. Er war auf einer Reise in Sibirien mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Jetzt fürchten Nawalnys Anhänger wieder um den Oppositionellen. Nawalny ist in der Strafkolonie erkrankt, zudem in einen Hungerstreik getreten, um einen Arzt seiner Wahl sehen zu können. »Das unmenschliche Verhalten der Behörden empört viele Menschen«, sagt Russlandkorrespondentin Christina Hebel, die Nawalnys Schicksal zusammen mit ihrem Kollegen Christian Esch analysiert. Beeindruckt ist Hebel von den Unterstützern des Politikers, die sie bei Protesten durch Moskaus Innenstadt begleitete. »Trotz der zunehmenden Repressionen gehen sie zu Tausenden auf die Straße«, sagt sie. zum Artikel 

Schalke 04 ist nicht der erste große deutsche Traditionsverein, der in die zweite Liga absteigt. Aber auf Schalke ist dieses Drama noch ein wenig größer. Die Redakteure Marc Hujer und Gerhard Pfeil reisten mehrmals nach Gelsenkirchen, sprachen mit Verantwortlichen und Fans. Hujer sah den zweiten und bisher letzten Saisonsieg der Schalker in einer leeren Veltins-Arena. Die Redakteure erlebten einen zerrissenen Verein, der nun an die Vernunft seiner Mitglieder appelliert. »Es muss Grenzen geben«, sagt Hujer, nachdem erzürnte Fans Dienstagnacht Eier auf die eigenen Profis warfen, »allerdings wäre es auch nicht mehr Schalke 04, wenn alle nur vernünftig wären«. zum Artikel 

Die nächste SPIEGEL-Ausgabe wird wegen des Mai-Feiertages bereits am Freitag, dem 30. April, verkauft und den Abonnenten zugestellt. Der digitale SPIEGEL ist am Donnerstag, dem 29. April, ab 13 Uhr verfügbar.

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